Gera (dpa) - Das frühere Teenie-Popidol Luci van Org («Weil ich ein Mädchen bin», «Hey Süßer») hat auch mit bald 40 Jahren noch ein großes Herz für Jugendliche.

«Ich genieße es total, mit Teenagern zu tun zu haben, weil sie noch so unschuldig und wahnsinnig emotional über Dinge nachdenken», sagte sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Gera. Allerdings ärgere es sie, wie heute mit Jugendlichen in Castingshows umgegangen werde. «Das tut mir weh, weil ich sehe, wie da echte Talente im Ansatz erstickt werden.»

Anfang der 90er Jahre wurde sie mit Lucilectric zum Popstar und verkörperte das Lebensgefühl zigtausender Teenager. «Ich wollte nie Popstar, sondern immer nur Sängerin sein. Und mir ging es damals genauso: Ich dachte auch, dass man bestimmte Dinge, die einem gesagt werden, tun muss, auch wenn sie einem nicht gefallen», erzählte sie. «So habe ich Sachen gesungen, die richtig scheiße waren, nur damit ich Sängerin sein konnte.» So bedauere sie noch heute, dass sie sich für Lucilectric zu einer zweiten Platte habe «zwingen» lassen.

Sie selbst hatte mit zwölf ihre erste Band und mit 16 ihren ersten Plattenvertrag. Dass sie kurzzeitig zum Popstar avancierte, habe sie damals nicht erwartet. «Ich war eigentlich ein Punker-Kind», sagte sie. «Und dann habe ich wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort etwas gemacht, womit sich viele identifizieren konnten. Das habe ich nicht bewusst gemacht, das ist mir so passiert.»

Van Org arbeitete viele Jahre beim Jugendradio und ist heute als Sängerin, Schauspielerin und Autorin tätig. In Gera stand sie dem Kinopublikum über den erst ab 16 freigegebenen Jugendfilm «Lollipop Monster» Rede und Antwort, für den sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ziska Riemann das Drehbuch geschrieben hat. Darin geht es um die Freundschaft zweier Teenager-Mädchen und ihre Loslösung vom Elternhaus. Damit ist für sie aber das Jugendthema längst nicht abgehakt. «Ich schreibe gerade an einem Film über einen Teenager und eine alte Frau», sagte die 39-Jährige. «Der ist aber ganz anders und noch blutiger.»

Film «Lollipop Monster»

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