München (dpa) - Mit Beethovens 9. Sinfonie haben die drei großen Münchner Orchester am Montagabend ihr Mitgefühl mit den Opfern der Erdbeben-Katastrophe in Japan ausgedrückt.

Es war das erste Mal, dass das Bayerische Staatsorchester, die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und ihre jeweiligen Chöre gemeinsam ein Konzert gaben - wobei allerdings allein aus Platzgründen nicht alle Musiker mitwirken konnten. Es solle schließlich «kein Monsterkonzert werden», hatte Dirigent Zubin Mehta vorher gesagt.

Der 75-Jährige war selbst in Japan, als die Katastrophe geschah. Er fühle sich sehr geehrt, das Konzert leiten zu dürfen, sagte er vor Beginn. Ziel sei es, «dass wir was Gutes tun für die tausenden Leute, die noch heute leiden».

Auf dem Programm standen Johann Sebastian Bachs «Air» und Beethovens Neunte wegen ihrer Kernbotschaft «Alle Menschen werden Brüder». Die Sinfonie ist in Japan eines der beliebtesten klassischen Werke aus Europa und wird - auch hierzulande - traditionell zum Jahresende gespielt.

Vor Beginn des Konzertes bat Mehta um eine Schweigeminute und Stille nach dem ersten Stück. Dafür gab es nach der Beethoven-Sinfonie in der Philharmonie tosenden Applaus. Der komplette Erlös aus dem ausverkauften Benefiz-Konzert soll dem Japanischen Roten Kreuz zugutekommen.

Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse in Japan seien geprägt von Respekt für das japanische Volk, sagte Mehta - Ehrendirigent des Staatsorchesters und der Philharmoniker - in einem Interview des Bayerischen Rundfunks. «Die innere Ruhe und Disziplin dieses Volkes ist nur zu bewundern.»