Neu-Isenburg (dpa) - Schrecksekunde für Deutschlands Fußball-Frauen: Rekordnationalspielerin Birgit Prinz ist zum Auftakt des letzten WM-Vorbereitungslehrgangs in Neu-Isenburg umgeknickt und musste mit einer Blessur am rechten Knöchel das Training abbrechen.

«Wie schlimm es ist, wissen wir noch nicht. Da müssen die Ärzte noch genauer nachschauen», sagte Bundestrainerin Silvia Neid.

Nach Angaben eines DFB-Sprechers sei wahrscheinlich nichts Schlimmeres passiert. Weitere Untersuchungen sollen erfolgen. Angreiferin Prinz war nach einem Zweikampf mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen geblieben, wurde von den Physiotherapeuten auf dem Feld behandelt und humpelte schließlich vom Platz.

Linda Bresonik kehrte nach einer Zwangspause wieder ins Training zurück. Die Rechtsverteidigerin hatte in der vergangenen Woche wegen Achillessehnenbeschwerden auch beim 5:0-Testspielsieg gegen die Niederlande gefehlt. Verena Faißt absolvierte hingegen wegen anhaltender Probleme in der Oberschenkelmuskulatur nur ein Lauftraining.

Der letzte von insgesamt sieben WM-Lehrgängen steht unter dem Motto «Feinabstimmung». «Die Nase-voll-Phase ist noch gar nicht», sagte Sturmstern Alexandra Popp zum absehbaren Ende der Mammut-Vorbereitung. «Wir freuen uns auf den letzten Lehrgang und dann geht es endlich los.»

Die ersten Übungen verfolgten gut 600 Zuschauer beim öffentlichen Training. «Aber wir wollen auch Standards einüben. Doch das machen wir lieber ohne Zuschauer», erzählte Neid. «Da haben wir bei der WM sicher einige Überraschungen parat», versprach die Frankfurter Nationalspielerin Melanie Behringer.

Rücksicht auf das letzte Testspiel am Donnerstag in Mainz gegen Norwegen will die Bundestrainerin im Training nicht nehmen. «Ich will so viele Spielerinnen wie möglich sehen», sagte Neid zum abschließenden Härtetest. Bis zu sechs Auswechslungen sind vereinbart.