Queretaro (dpa) - Jetzt gilt's für die U 17-Junioren des DFB: Bei der WM in Mexiko steht das Team von Trainer Freund im Achtelfinale und trifft dort auf die USA. Mit der besten Vorrundenbilanz hat sich die Mannschaft in den Blickpunkt gespielt.

Der Trainer fördert die fußballerische Entwicklung, der Sportdirektor fordert eine Siegermentalität und die Konkurrenz staunt über die Klasse der deutschen Junioren. Mit dem Einzug ins Achtelfinale gegen die USA hat die DFB-Elf ihr Minimalziel erreicht - doch viele Beobachter halten die beste Vorrundenmannschaft für einen Titelanwärter. «Es ehrt uns, wenn man uns aufgrund von überzeugenden Auftritten und schönem Fußball zu einem Titelfavoriten macht. Wir gehören aber höchstens zum erweiterten Favoritenkreis», sagte Trainer Steffen Freund.

Der ehemalige Nationalspieler hat eine Anzahl außergewöhnlich guter Fußballer zu einer konstanten Elf geformt, die im Vergleich zum verlorenen EM-Finale im Mai (2:5 gegen die Niederlande) wesentlich reifer und eingespielter wirkt. Auf dem Weg ins große Aztekenstadion von Mexiko City, wo am 10. Juli das Finale stattfindet, hat die deutsche Mannschaft allerdings noch einige hohe Hürden zu überwinden. Zudem liegt der letzte WM-Titelgewinn einer Junioren-Auswahl des DFB 30 Jahre zurück. «Sollten wir Weltmeister werden, würde das in die Geschichte eingehen», meinte Freund.

Die großen Vorbilder seiner jungen Mannschaft sind die U 21-Europameister von 2009, die den letzten internationalen Titel für den DFB im Juniorenbereich gewinnen konnten. Ähnlich wie im damaligen Team von Trainer Horst Hrubesch haben auch in der aktuellen U 17-Auswahl 50 Prozent der Spieler einen Migrationshintergrund. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sieht darin auch eine veränderte Kultur in der Spielweise. «Das ist positiv. Wir dürfen aber auch eine Siegermentalität nicht vernachlässigen. Wichtig ist neben individueller Qualität, auch erfolgorientiert zu denken und zu handeln», sagte Sammer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die U 17-Junioren sind in Mexiko auf dem Weg, die Erfolgsgeschichte der deutschen Nachwuchsförderung fortzuschreiben und die eigene Karriere in die richtigen Bahnen zu lenken. «Die spielerischen Ansätze, die technischen Fertigkeiten und das Spielverständnis der gerade mal 17 Jahre alten Jungs sind sehr gut. Die Spieler sind sehr weit in ihrer Entwicklung und können bei der WM den nächsten Schritt machen», sagte DFB-Coach Freund.

In der Runde der letzten 16 Teams wartet auf die Elf um Torjäger Samed Yesil und Spielmacher Emre Can mit der US-Auswahl der bislang wohl stärkste Gegner. «Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft. Es wird eine ganz schwere Aufgabe für uns», meinte Freund, der auf den gesperrten Okan Aydin verzichten muss, dafür aber den zuletzt erkrankten Robin Yalcin wieder an Bord hat.