Berlin (dpa) - Im mit Spannung erwarteten Titeldreikampf mit Bamberg und Bayern München setzt ALBA Berlin auf einen neuen Trainer. Von den Skyliners Frankfurt wechselt Gordon Herbert an die Spree und soll den Basketball-Bundesligisten aus der Hauptstadt zur ersten Meisterschaft seit 2008 führen.

Der Kanadier tritt die Nachfolge des Israelis Muli Katzurin an, dessen Vertrag trotz der Vizemeisterschaft nicht verlängert wurde. Wer in Zukunft in Frankfurt das Zepter schwingen wird, steht noch nicht fest.

«Wir freuen uns, dass wir mit Gordon Herbert einen erwiesenen Fachmann und Kenner des deutschen und internationalen Basketballs für uns gewinnen konnten», sagte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi. Herbert, der mit Frankfurt 2004 deutscher Meister wurde und die Hessen 2010 bis ins Finale führte, erhält in Berlin einen Zweijahresvertrag. «Seit ich im Jahre 2000 erstmalig nach Deutschland kam, ist ALBA der Maßstab im deutschen Basketball und eines der Top-Programme in ganz Europa», begründete Herbert seine Entscheidung.

Ausschlaggebend für seinen Entschluss war auch die internationale Perspektive. «Ich wollte auf das Euroleague-Level zurückkehren, in Berlin haben wir die Chance durch die Qualifikation dazu», sagte Herbert. ALBA wird aller Voraussicht nach wie in den beiden Vorjahren eine Wildcard für die Qualifikation zur Königsklasse erhalten. Bamberg ist dafür direkt qualifiziert, Frankfurt wird im Eurocup an den Start gehen.

Herbert lag auch ein Angebot zur Verlängerung in Frankfurt vor. Für die Hessen ist der Weggang des erfolgreichen Trainers ein herber Rückschlag. «Wir respektieren seine Entscheidung. Für uns bedeutet dies nun einen sportlichen Neu-Beginn», sagte Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak. Herbert hatte in der Mainmetropole im April 2010 Murat Didin abgelöst. Spekuliert wird, dass neben dem Coach nun auch Spielmacher und MVP DaShaun Wood nach Berlin wechselt.

In Berlin übernimmt Herbert nun als bereits dritter Trainer in diesem Jahr die Verantwortung. Zu Beginn des Jahres hatte sich ALBA vom erfolglosen Luka Pavicevic getrennt, dessen Nachfolger Katzurin trauten die zum Erfolg verdammten ALBA-Macher offenbar nicht zu, den Club wieder ganz nach oben zu führen. In der gerade abgelaufenen Saison hatten sich die Berliner in einer dramatischen Finalserie Bamberg in fünf Spielen geschlagen geben müssen.

Neben dem zweifachen Double-Gewinner Bamberg droht dem achtmaligen Champion in der am 3. Oktober beginnenden Spielzeit auch große Konkurrenz vom FC Bayern München, der nach seinem Aufstieg direkt an die Spitze durchmarschieren will.