Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag nach überraschend starken US-Konjunkturdaten seine jüngsten Gewinne ausgebaut. Erstmals seit Mitte Mai schloss der deutsche Leitindex wieder über der Marke von 7400 Punkten.

Mit einem Aufschlag von 0,59 Prozent auf 7419,44 Punkte ging er aus dem Handel und verbuchte damit ein Wochenplus von 4,2 Prozent. Der MDax mittelgroßer Werte rückte um 0,54 Prozent auf 10 991,29 Punkte vor. Der TecDax stieg um 0,32 Prozent auf 896,64 Punkte.

«Der US-Einkaufsmanagerindex ISM hat nicht nur dem US-Leitindex Dow Jones Starthilfe gegeben, sondern auch dem Dax», sagte Marktanalyst André Saenger von IG Markets und verwies auf den zuvor eher schleppenden Handel am deutschen Markt. In den Vereinigten Staaten hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im Juni überraschend aufgehellt. Der entsprechende ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.

Deutsche Finanzwerte setzten ihre Erholung fort und reagierten weiter positiv auf die Einigung über weitere Griechenland-Hilfen. Die nun vereinbarte freiwillige Beteiligung der deutschen Finanzinstitute am zweiten Hilfspaket für Griechenland wurde vom Markt als «unerheblich» bewertet. Infolgedessen kletterten die Aktien der Commerzbank als stärkster Dax-Gewinner um 6,06 Prozent auf 3,149 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank stiegen um 2,59 Prozent auf 41,805 Euro. Auch die Titel der Allianz und der Munich Re zählten zu den größeren Gewinnern.

Die Anteilsscheine von MAN legten um 3,63 Prozent auf 95,30 Euro zu. Viele Anleger warten gespannt auf Aussagen von Volkswagen zur Annahmequote des Pflichtangebots für MAN. «Jeder Tag, der ohne eine solche Ankündigung vergeht, nährt die Hoffnung, dass VW am Markt weitere MAN-Aktien kauft», sagte ein Börsianer.

Die Aktien von ThyssenKrupp waren Schlusslicht mit minus 1,55 Prozent auf 35,28 Euro und litten darunter, dass der Verkauf der Traditionswerft Blohm + Voss an die arabische Schiffbaugruppe Abu Dhabi Mar gescheitert ist. Mit minus 1,15 Prozent auf 41,31 Euro zeigten sich zum Handelsschluss auch die Metro-Titel schwach. Eine überraschend gesenkte Gewinnprognose der Baumarktkette Praktiker war der Grund. Praktiker hatte am Nachmittag ein schlechter als erwartet gelaufenes zweites Quartal gemeldet und reduzierte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Diese Aktien brach daraufhin im MDax um 18,29 Prozent auf 4,78 Euro ein.

In Europa rückte der EuroStoxx 50 um 0,95 Prozent auf 2875,67 Punkte vor. In Paris und London schlossen die Leitbörsen ebenfalls fest und auch in den USA gewannen die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss jeweils rund ein Prozent.