Hannover/London (dpa) - Es ist das vorläufige Ende einer langen Zitterpartie: Nach monatelangem Bangen um ihr Abschneiden hat die Norddeutsche Landesbank (NordLB) den jüngsten Banken-Stresstest der EU knapp bestanden.

Sie besitzt damit auch nach Auffassung der Bankenaufsicht EBA einen ausreichend starken Risikopuffer, um sich mit eigenen Mitteln gegen künftige Finanzkrisen wappnen zu können.

Wie die EBA am Freitag in London mitteilte, lag die Quote des sogenannten harten Kernkapitals der NordLB nach der Krisensimulation bei 5,6 Prozent. Die EU-Aufseher hatten eine Zielmarke von mindestens 5 Prozent angesetzt.

NordLB-Chef Gunter Dunkel reagierte erleichtert: «Das schnelle und entschlossene Handeln des Landes Niedersachsen ist auch ein klares Signal an die Märkte.» Seine Bank galt als Wackelkandidat bei der umstrittenen Untersuchung, vor der das Land Niedersachsen als Haupteigner vorsichtshalber noch einmal Kapital nachgelegt hatte.

Dabei wäre die Geldspritze aus dem Landeshaushalt nicht zwingend gewesen, hätte die Londoner Behörde die schwächeren, aber immer noch gültigen internationalen Maßstäbe angewandt. «Die NordLB ist gemäß geltenden Anforderungen ausreichend kapitalisiert», betonte Dunkel. Nach den Standards der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) kommt sie sogar auf eine Kernkapital-Quote von 9,7 Prozent.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und Finanzminister Hartmut Möllring (beide CDU) hatten die Hilfen für Deutschlands drittgrößte Landesbank wiederholt verteidigt. Ein Scheitern des Instituts und die denkbaren Folgen für seine Bewertung an den internationalen Finanzmärkten sollten so unter allen Umständen vermieden werden.

Ende Mai hatte der Landtag per Gesetz den Weg für eine zusätzliche Kreditermächtigung über 600 Millionen Euro frei gemacht. Das Darlehen fließt in ein neues Sondervermögen. Stille Einlagen von knapp 1,1 Milliarden Euro wurden ebenfalls in hartes Kernkapital umgewandelt.