Essen (dpa) - Deutschlands größter Strom- und Gaskonzern Eon ist nicht auf der Suche nach einem Partner für das gesamte Unternehmen. Dies hat Vorstandschef Johannes Teyssen klargestellt. «Eon als Ganzes sucht keinen strategischen Partner», sagte er der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Samstag).

Über Kooperationen bei einzelnen Projekten könne man reden. Das sei bei der Erdgasförderung und bei Windeenergieprojekten schon lange üblich. Eon-Konkurrent RWE hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, mit dem russischen Gaskonzern Gazprom eine enge Zusammenarbeit bei der Stromerzeugung anzustreben. Die Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann und Alexej Miller hatten am Donnerstag eine entsprechende Grundsatzerklärung unterzeichnet. Die Energiekonzerne wollen darüber verhandeln, bestehende oder neue Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Beneluxländern in ein gemeinsames Unternehmen einzubringen.

Eon bezieht einen ein Drittel seiner Gaslieferungen von Gazprom und will derzeit Preissenkungen erreichen. Teyssen schließt nicht aus, ein internationales Schiedsgericht anzurufen: «Wir verhandeln zunächst weiter», sagte er. Es könne aber Situationen geben, «in denen man Fragen streitig klären muss». Eon sei nicht allein von Gazprom abhängig.

Die Folgen des beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland seien für Eon zwar gravierend, brächten den Konzern aber nicht ins Wanken. «Allein die Ertragskraft unseres russischen Geschäfts ist größer als jene der deutschen Kernkraftwerke», betonte Teyssen.