Zürich (dpa) - Herber Rückschlag für das Schweizer Finanzinstitut UBS: Die Großbank, an deren Verwaltungsratsspitze ab 2013 der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber stehen soll, verabschiedete sich nach einem schwachen zweiten Quartal von ihren mittelfristigen Zielen.

Bankchef Oswald Grübel tritt nun auf die Kostenbremse und will die Ausgaben in den nächsten zwei bis drei Jahren um bis zu zwei Milliarden Schweizer Franken drücken. Dennoch hält die Bank die 2009 veröffentlichten mittelfristigen Ziele kaum noch für erreichbar. Damals hatte Grübel angekündigt, spätestens im Jahr 2014 rund 15 Milliarden Franken vor Steuern (knapp 13 Mrd Euro) zu verdienen.

Dies hielten viele Experten bereits vor der aktuellen Mitteilung für überzogen, zumal die UBS in den Jahren 2007 bis 2008 Verluste von knapp 28 Milliarden Franken angehäuft hatte, vom Staat gerettet werden musste und zudem das Vertrauen vieler Kunden wegen Streitigkeiten mit den US-Steuerbehörden verspielte. Jetzt kommen auch noch der starke Franken und strengere Auflagen für die Großbanken hinzu. In den ersten sechs Monaten sank der Gewinn vor Steuern aus dem operativen Geschäft unter anderem deshalb fast um ein Drittel auf 3,9 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kam im gleichen Zeitraum auf 5,5 Milliarden Euro.

Wichtig für die Zukunft des Unternehmens, das trotz der zuletzt gezeigten Schwäche immer noch zu den weltweit größten Vermögensverwaltern zählt, ist die Entwicklung der Kundengelder. Auch dabei musste die UBS im zweiten Quartal einen Dämpfer hinnehmen. Zwar konnten die Berater erneut frisches Geld ins Haus holen, doch im Vergleich zum Vorquartal ging die Summe zwischen April und Ende Juni deutlich zurück. In den ersten sechs Monaten stand damit ein Plus von 31 Milliarden Franken in den Büchern, nachdem im Vorjahreszeitraum Kunden noch Gelder in Milliardenhöhe abgezogen hatten. Die Summe der angelegten Vermögen sank Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr auf 2,07 Billionen Franken.

Zum angekündigten Sparprogramm machte die Bank keine detaillierten Angaben. Es sei noch zu früh, um etwas Genaues mitzuteilen. Es stehe aber schon fest, dass alle Sparten betroffen seien und es zu Entlassungen kommen werde, sagte Finanzvorstand Tom Naratil.