Oslo (dpa) - Der Verteidiger des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik hält seinen Mandanten für unzurechnungsfähig und will dies auch vor Gericht vertreten. Anwalt Geir Lippestad sagte am Dienstag in Oslo: «Die ganze Sache deutet darauf hin, dass er geisteskrank ist.» Er verwandte bei der Pressekonferenz den englischen Begriff «insane».

Der von Breivik selbst gewählte Verteidiger beschrieb den Täter als «sehr kalte Person»: «Er hat kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt.»

Sein Mandat wolle weiter keine Auskunft zu «zwei Zellen unserer Organisation» im Ausland machen, sagte der Verteidiger. Darüber hatte Breivik schon beim Hafttermin am Vortag gesprochen. «Er weigert sich, etwas über diese anderen Zellen zu sagen.»

Breivik sei überrascht gewesen, dass er nach dem Bombenanschlag in Oslo überhaupt noch die eine Autostunde entfernte Insel Utøya erreiche habe.

Breivik hatte als Motiv für die Tötung von mindestens 68 Jugendlichen eines sozialdemokratischen Sommerlagers angegeben, dass er die Partei so hart wie möglich treffen wollte. Lippestad bestätigte, er selbst sei Mitglied der Arbeiterpartei. Davon wisse Breivik aber wohl nichts.

Der Anwalt berichtete weiter, der Inhaftierte glaube, er befinde sich in einem Krieg. «Und wenn du in einem Krieg bist, kannst du Dinge wie diese machen», erläuterte er die Sicht seines Mandanten. Breivik meine, dass die Welt ihn erst in 60 Jahren verstehen werde.

Breivik müsse sich der anwaltlichen Argumentation fehlender Zurechnungsfähigkeit nicht anschließen, sagte er. «Andernfalls muss er sich einen anderen Anwalt suchen.»