Washington/Ulm/Erlangen (dpa) - Mit Hilfe schüsselförmiger Blätter locken Kletterpflanzen im Regenwald Kubas Fledermäuse akustisch an. Die Blätter reflektieren die Ultraschallrufe der Fledermäuse derart, dass sie sich vom Hintergrundrauschen besonders gut abheben.

Das berichten Wissenschaftler aus Deutschland und England im Fachblatt «Science» (Bd. 333, S. 631). Die Fledermäuse, die den Nektar der Pflanze trinken und diese dabei bestäuben, finden die Pflanzen deshalb doppelt so schnell wie solche mit herkömmlich geformten Blättern.

Viele Pflanzen locken Bestäuber, wie zum Beispiel Bienen oder Vögel, mit kräftigen Blütenfarben an, die sich vom grünen Blattwerk in der Umgebung gut absetzen. Solche Signale aber nutzen Fledermäusen nicht, das sie bei der Nahrungssuche nicht ihren Sehsinn, sondern ein akustisches Echoortungssystem einsetzen. Ralph Simon von der Universität Ulm und Mitarbeiter aus Erlangen und Bristol hatten daher untersucht, ob Pflanzen, die von Fledermäusen bestäubt werden, aus diesem Grund akustische Locksignale aussenden.