Nürnberg (dpa) - Unter Protest von Tierschützern ist am Donnerstag im Nürnberger Tiergarten die umstrittene neue Delfin-Lagune eröffnet worden. Das erste Außenbecken für Große Tümmler in Deutschland hat 24 Millionen Euro gekostet.

Auch in dem 1600 Quadratmeter großen Becken mit 5,4 Millionen Litern Meerwasser sei keine artgerechte Haltung möglich, kritisierten Organisationen wie Menschen für Tierrechte, Pro Wildlife und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen. Die neue Delfinlagune ist von diesem Samstag an für Besucher zugänglich.

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) nahm die neue Anlage in Schutz: «Hier wird Natur erlebbar gemacht.» Kinder wie Erwachsene könnten in der Lagune ein Gefühl für den Wert der Natur bekommen. Die Delfin-Lagune leiste einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Die neue Anlage für die Meeressäugetiere bietet eine sechsmal größere Wasserfläche und das Fünffache des Volumens im Vergleich zum alten Delfinarium. Im Stil eines aufgelassenen Steinbruchs gestaltet, soll die Lagune mit ihrem kristallklaren Wasser, den großen Felsblöcken und Baumstämmen ein Gefühl von Großzügigkeit vermitteln.

Der Nürnberger Verein Menschen für Tierrechte kritisierte dagegen, in Freiheit schwämmen Delfine bis zu 150 Kilometer am Tag und tauchten über 300 Meter tief. Dies sei in der maximal sieben Meter tiefen Lagune nicht möglich.

Laut Whale and Dolphin Conservation Society gibt es in Europa 34 Delfinarien. Allein ein Drittel davon befindet sich in Spanien. Italien hat fünf und Deutschland drei derartige Anlagen. Außer in Nürnberg bekommen Zoobesucher aktuell noch in Duisburg und Münster Delfine zu Gesicht.

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