Shanghai (dpa) - US-Superstar Michael Phelps hat in einem packenden Finale seinen Landsmann Ryan Lochte zum ersten Weltrekord seit Verbot der Hightech-Anzüge Ende 2009 getrieben.

Über 200 Meter Lagen schlug Lochte nach 1:54,00 Minuten an und verbesserte seine eigene zwei Jahre alte Bestmarke um 0,10 Sekunden. «Eigentlich kann ich nur Yeah sagen. Wenn man einen Rekord bricht, dann ist das immer aufregend», sagte der Amerikaner sechs Tage vor seinem 27. Geburtstag. «Ich wollte einfach zeigen, dass das, was viele für unmöglich halten, möglich ist.»

In einem packenden Rennen schlug Lochte wie schon über die 200 Meter Freistil vor dem 14-maligen Olympiasieger an, der kurz vor dem Ziel schon an den Sieg geglaubt hatte. «Ryan hat viele kleine Dinge verbessert», sagte Phelps über den Rivalen. «Rennen werden immer von denen gewonnen, die besser vorbereitet sind. Und um ehrlich zu sein, er war besser vorbereitet.» 43 Weltrekorde hatte es bei der Schwimm-WM in Rom gegeben, dann hatte der Schwimm-Weltverband Ende 2009 die Kleiderordnung wieder geändert. Nun brach Lochte den Rekordbann. «Es werden noch mehr Weltrekorde fallen», sagte Bundestrainer Dirk Lange, der schon vor zwei Jahren prophezeit hatte, die Bestmarken aus «Plastik» würden nicht ewig Bestand haben.

Deutsche hatten mit den Final-Entscheidungen nichts zu tun. Lediglich in zwei Halbfinals waren Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes vertreten. Für Kurzbahn-Europameister Yannick Lebherz bedeutete Platz zwölf in 1:58,56 Minuten beim Halbfinal-Erfolg von Lochte über 200 Meter Rücken die Endstation. Dagegen ließ Christian vom Lehn aufhorchen. Die Nummer zwei der aktuellen Weltjahresbestenliste war im Halbfinale über 200 Meter Brust in 2:08,44 Minuten der drittschnellste.

«Es war super, mit der Zeit bin ich voll zufrieden», sagte der 19-Jährige und darf an diesem Freitag mit einer Medaille liebäugeln. «Er hat eine reelle Chance unter die ersten drei, vier zu kommen mit Option sogar noch oben», sagte Bundestrainer Dirk Lange. «Das sind die Jungs, die wir brauchen.»

Wie in der Staffel über 4 x 100 Meter stand James Magnussen (Australien) auch im Einzel ganz oben auf dem Podest. 47,63 Sekunden standen in der Disziplin zu Buche, in der Marco Di Carli im Vorlauf gescheitert war. Weltmeisterin über 50 Meter Rücken wurde die Russin Anastasia Sujewa in 27,79 Sekunden. Über 200 Meter Schmetterling ließ die Chinesin Jiao Liuyang nach 2:05,55 Minuten ihre Landsleute jubeln. Über 4 x 200 Meter gewann die Frauen-Staffel der USA. Melissa Franklin, Dagny Knutson, Kathryn Hoff und Allison Schmitt schlugen nach 7:46,14 Minuten vor Olympiasieger Australien (7:47,42) und Titelverteidiger China (7:47,66) an.