Salzburg (dpa) - Die Ehrenmitgliedschaft bei den Wiener Philharmonikern, ein eigenes Buch über ihn, ein Streichquartett: Der italienische Dirigent Riccardo Muti ist zu seinem 70. Geburtstag am Donnerstag in Salzburg reich beschenkt worden.

Die Philharmoniker und die Festspiele huldigten ihrem «Maestro» in einer gemeinsamen Feierstunde. Muti gilt als einer der größten Dirigenten seiner Zeit und hat beide Institutionen über Jahrzehnte geprägt.

«Die Salzburger Festspiele sind ohne Dich unvorstellbar, Riccardo», sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler am Donnerstagnachmittag im Haus für Mozart. Sie sprach von einer lang andauernden «Liebesbeziehung»: Muti habe nach Herbert von Karajan die meisten Vorstellungen in Salzburg dirigiert. Sie überreichte dem Dirigenten das Buch «Riccardo Muti - Fest-Spieler aus Überzeugung», das das Festival eigens als Geburtstagsgeschenk kreiert hatte.

Muti stehe als 52. Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker in einer Reihe mit Musikgrößen wie Richard Strauss und Arturo Toscanini, sagte der Vorstand der Philharmoniker, Clemens Hellsberg. Das Geburtstagskind bedankte sich mit einem charmanten «Grazie» für all das Lob und gab es gleich zurück: «Ich bin mir sicher, dass mir die Wiener Philharmoniker viel mehr gegeben haben als ich ihnen geben konnte.»

Salzburg sei für ihn der Start seiner internationalen Karriere gewesen, erinnerte er sich in einer Anekdote. 1979 habe bei ihm in einem Hotelzimmer in den USA um 7 Uhr morgens das Telefon geklingelt und er habe zu seiner Frau gesagt: «Da ist irgendein Idiot dran, der sich als Karajan ausgibt». Als ihm dann erneut ein entschiedenes «Sono Karajan!» (Ich bin Karajan) entgegentönte, sei er zusammengezuckt. Der weltberühmte Salzburg-Hausherr bot ihm an, dort 1982 «Così fan tutte» zu dirigieren. Muti sagte trotz Zweifeln zu - und triumphierte in der Hofstallgasse. Nach 74 Konzerten steht Muti am 3. August für seine elfte Opernproduktion in Salzburg am Pult: Gemeinsam mit dem Regisseur Peter Stein erarbeitete er Verdis «Macbeth».

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