Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Börse blickt zwar etwas optimistischer in die Zukunft als noch vor vier Monaten, hat aber mit ihrem Quartalsbericht die Markterwartungen enttäuscht.

Während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und auch der Überschuss im zweiten Quartal im Jahresvergleich stieg, ging der Umsatz zurück, wie der Marktbetreiber am Donnerstagabend in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt allgemein bessere Zahlen erwartet. Seine Erwartungen für Umsatz und EBIT 2011 hob der Konzern leicht an - unter der Voraussetzung weiterhin positiver gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Dennoch sind es zurzeit weniger die Zahlen des abgelaufenen Jahresviertels und auch nicht der Gesamtjahresausblick, der im Fokus der Investoren steht. Vielmehr wird auf den Fortgang des Fusionsprozesses mit der NYSE Euronext zur größten Börse der Welt geschaut. Doch hier haben zurzeit die Wettbewerbsbehörden das Zepter in der Hand. Nachdem die Aktionäre auf beiden Seiten dem Zusammenschluss zugestimmt haben, prüfen diese nun die Pläne. Das aber dürfte dauern. Vor Jahresende wird nicht mit dem Zusammenschlusses gerechnet.

Im abgelaufenen Quartal litt die Deutsche Börse unter gesunkenen Handelsumsätzen. Die Turbulenzen in der Eurozone, die Staatsverschuldung einiger europäischer Länder und der Rückgang des Euro zum US-Dollar hatte im zweiten Quartal 2010 zu einer außergewöhnlich hohen Handelsaktivität geführt. Diese wurde im abgelaufenen Jahresviertel trotz wenig veränderter Problematik nicht mehr erreicht. So gingen die Erlöse um 6,4 Prozent auf 528,6 Millionen Euro zurück.

Das EBIT legte zugleich im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent auf 276,5 Millionen Euro zu und auch der Überschuss stieg um 11,2 Prozent auf 178,8 Millionen Euro. Allerdings waren im Vorjahr die Restrukturierungskosten deutlich höher und hatten bei 82 Millionen Euro gelegen. In diesem Quartal fielen zusätzliche Kosten von rund 23 Millionen Euro an, wobei 18,8 Millionen Euro im Zusammenhang mit der NYSE-Fusion veranschlagt wurden. Insgesamt lagen die Kosten nun bei 289,2 Millionen nach 356,0 Millionen Euro im Vorjahr. Anleger quittierten die Zahlen im späten Handel mit Kursabschlägen von 1,55 Prozent auf 51,98 Euro (Xetra-Schlusskurs: 52,53 Euro).