Kiel/Frankfurt (dpa) - In dem seit Monaten andauernden Arbeitskampf der Lokführer mit zahlreichen Streiks haben zwei norddeutsche und ein hessisches Verkehrsunternehmen die Einschaltung eines neutralen Schlichters vorgeschlagen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Frankfurt reagierte zurückhaltend: Sie wolle den Vorschlag «gründlich prüfen und sich dann dazu positionieren». Die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) in Schleswig-Holstein, der Metronom mit Verbindungen in Niedersachsen bis nach Bremen und Hamburg sowie die Cantus Verkehrsgesellschaft (Hessen) begründeten ihren Vorstoß mit den Interessen ihrer Kunden und Mitarbeiter. «Wir möchten jetzt endlich mittels einer Schlichtung Bewegung in die festgefahrene Situation bringen», erklärte NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow. Cantus-Geschäftsführer Andreas Ortz appellierte an die Vernunft und die Verhandlungsbereitschaft der GDL-Vertreter. In einem Schreiben der beiden Metronom-Geschäftsführer Wolfgang Birlin und Heinrich Strößenreuther an GDL-Chef Claus Weselsky heißt es: «Wir verbinden mit einem Schlichtungsverfahren (...) die Hoffnung, bald zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu kommen.»

Die GDL kämpft bundesweit bei den Regionalbahnen um einen inhaltlich gleichen Rahmentarifvertrag, der den Bedingungen bei der Deutschen Bahn entspricht. Außerdem wollen die Lokführer erreichen, dass sie bei einem Betreiberwechsel einer Regionalstrecke weiterhin Löhne in gleicher Höhe erhalten. Regionalstrecken werden nach Angaben der GDL alle zehn Jahre neu ausgeschrieben, so dass Lokführer im Fall eines Betreiberwechsels niedrigere Löhne befürchten müssten.

NOB und Metronom lehnen wie andere Regionalbahnen einen bundesweiten Rahmentarifvertrag und einen Betreiberwechseltarifvertrag ab. Stattdessen haben NOB und Metronom Verbesserungen ihrer Haustarifverträge angeboten.