Berlin/Karlsruhe (dpa) - Auf der Suche nach neuen Geldquellen prüft der süddeutsche Energieversorger EnBW auch einen Teilverkauf seines Stromnetzes. Dies bestätigte ein Sprecher.

Er schließe nicht aus, dass man hier neue Partner und Kooperation suche, hatte zuvor auch EnBW-Chef Hans-Peter Villis vor Journalisten in Berlin betont. EnBW will aber in jedem Fall die Mehrheit behalten.

Der «Financial Times Deutschland» sagte Villis: «Wir überlegen, uns zu öffnen, was das Thema Netze angeht. Dabei denken wir beispielsweise an Infrastrukturfonds.» Mit einem Teilverkauf würde auch der letzte der vier großen deutschen Energiekonzerne die komplette Kontrolle über sein Netz an Höchstspannungsleitungen aufgeben. Eon und Vattenfall hatten ihre Netze bereits vor längerem verkauft, RWE erwägt bis zu 75 Prozent der Netztochter Amprion zu verkaufen und so bis zu einer Milliarde Euro zu erlösen. Amprion, Tennet, 50Hertz und EnBW Transportnetze regeln ein Stromautobahn-Netz von insgesamt rund 35 000 Kilometern - im Zuge der Energiewende sind bis zu 4450 an neuen Höchstspannungsleitungen notwendig, etwa um Windstrom vom Norden in den Süden zu bekommen.

Das Stromnetz in Deutschland

Netzausbauprojekte, S.44

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