Stuttgart (dpa) - Die deutschen Tennis-Herren sehen keinen Grund, im Davis-Cup-Viertelfinale gegen Favorit Frankreich schon vorzeitig den Kopf in den Sand zu stecken.

Zwar sind die französischen Profis um Wimbledon-Halbfinalist Jo-Wilfried Tsonga und Gael Monfils in der Weltrangliste jeweils deutlich besser platziert als ihre Gegner. Dennoch glaubt Philipp Petzschner vor den Partien in Stuttgart von Freitag bis Sonntag, dass die Chancen für das Team des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) bei «50:50» liegen. «Jeder von uns kann jeden von denen schlagen», sagte der Bayreuther am Dienstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt

Doppel-Spezialist Christopher Kas kündigte an, er und seine Kollegen würden für den Sieg auf der Anlage des TC Weissenhof «ihr Leben auf dem Platz lassen. Wir werden kämpfen bis zum letzten Ball.» So forderte Teamchef Patrik Kühnen die Zuschauer auf, seine Spieler entsprechend zu unterstützen. «Wir brauchen das Publikum», erklärte der 45-Jährige, der 1989 in Stuttgart selbst den Davis Cup gewonnen hatte. Allerdings wird Vorjahresfinalist Frankreich selbst rund 1000 lautstarke Fans mit nach Stuttgart bringen.

Kühnen ist froh darüber, dass seine Spieler nicht mehr von Verletzungen behindert werden. Die zuletzt angeschlagenen Petzschner und Philipp Kohlschreiber, der vor wenigen Wochen das Rasen-Turnier in Halle im Finale gegen Petzschner gewonnen hatte, seien wieder fit, erklärte er.

Die Franzosen gehen derweil selbstbewusst in die Runde der letzten Acht. «Wir versuchen, die Latte auf dem Platz sehr hoch zu legen, und schauen, ob die Deutschen mitgehen können», sagte Teamchef Guy Forget. «Die Rangliste sagt aber nicht alles. Wir wissen, wie gefährlich sie sein können.»

Doch auch Forget oder Tsonga und Montfils ist bewusst, dass die letzte Davis-Cup-Niederlage gegen Deutschland schon 73 Jahre zurückliegt. Im vergangenen Jahr verlor die DTB-Auswahl in Toulon schon in der ersten Runde mit 1:4 gegen Frankreich.