Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat seine Talfahrt angesichts von durchwachsenen US-Daten am Mittwoch ungebremst fortgesetzt und mehr als zwei Prozent verloren.

Neben Sorgen über eine Rezession der weltgrößten Volkswirtschaft nannten Börsianer einmal mehr die europäische Schuldenproblematik als Hauptgrund, auch charttechnische Faktoren spielten eine Rolle.

Der deutsche Leitindex schloss 2,30 Prozent tiefer bei 6640,59 Punkten, konnte sich aber zumindest vom Tagestief bei 6543,60 Punkten etwas erholen. Seit dem Beginn des Kursrutsches vor einer Woche hat das Börsenbarometer damit insgesamt knapp zehn Prozent an Wert eingebüßt. Der MDax verlor am Mittwoch 2,39 Prozent auf 9719,13 Punkte und der TecDax fiel um 3,21 Prozent auf 762,21 Punkte.

«Nachdem nun die Erhöhung der US-Verschuldungsgrenze in trockenen Tüchern ist, wendet sich der Blick der Investoren wieder auf die bekannten Krisenherde», kommentierte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. «Sowohl die drohende US-Rezession als auch die prekäre Situation der EU-Peripheriestaaten verunsichern weiterhin die Märkte.»

Die Berichtssaison hierzulande ging mit zwei Unternehmen aus dem MDax weiter. Schwächster Dax-Wert war die schon vortags gebeutelte Metro-Aktie mit minus 5,23 Prozent auf 33,140 Euro. Nachdem der Handelskonzern am Dienstag mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte, äußerten sich nun zahlreiche Analysten kritisch zu dem Papier. Die Aktien von ThyssenKrupp büßten nach einem Bericht im «Handelsblatt» 4,47 Prozent auf 27,260 Euro ein. Laut der Wirtschaftszeitung könnten die Verluste bei der schwächelnden US-Tochter Steel Americas im laufenden Geschäftsjahr höher als erwartet ausfallen.

Im MDax sprangen derweil die Titel des Medienkonzerns Axel Springer nach starken Halbjahreszahlen um 9,74 Prozent auf 31,765 Euro hoch. Dagegen büßten die Aktien von Fuchs Petrolub 9,78 Prozent auf 32,930 Euro ein. Der Schmierstoff-Hersteller hatte zwar weiterhin von einer hohen Nachfrage sowie Preiserhöhungen profitiert. Doch Unternehmenschef Stefan Fuchs warnte zugleich vor zu großer Euphorie.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,89 Prozent tiefer bei 2497,83 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls deutlich nach. Der New Yorker Dow Jones notierte zum europäischen Handelsschluss ein halbes Prozent schwächer.