Wacken (dpa) - Bei bestem Sommerwetter und mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel haben sich am Mittwoch Hard-Rock-Fans auf das weltgrößte Heavy-Metal-Spektakel in Wacken eingestimmt.

Einen Tag vor dem offiziellen Start des Wacken Open Air 2011 (W:O:A) rockten sie bei einer «Warm-up-Party» begeistert zu den harten Beats und mächtigen Riffs der ersten Bands.

Bis Sonntag werden auf den zum Festival-Gelände umfunktionierten Äckern und Kuhweiden rund 75 000 Fans erwartet. Rund ein Drittel der meist schwarz gekleideten Besucher kommt aus dem Ausland. Zu den Höhepunkten des W:O:A gehört unter anderem eine 90-minütige Bühnenshow von Ozzy Osbourne, dem «Godfather of Metal». Der 61-Jährige wurde einst als Lead-Sänger bei Black Sabbath bekannt - der britischen Band, die als Mitbegründer des Heavy Metal gilt.

Das Festival-Gelände des W:O:A war am Mittwoch noch geschlossen, und an den gewaltigen Freilichtbühnen wurde noch geschraubt. Doch drum herum herrschte bereits Ausnahmezustand. Das beschauliche schleswig-holsteinische Dorf Wacken hat sich in das «Holy Wacken Land» verwandelt - das heilige Wacken-Land. Kolonnen schwarz gekleideter Gestalten pilgerten durch den Ort: zum Kaufmann, zum Geldautomaten oder zurück zum Festival-Gelände.

Dort spielten bereits am Mittag die ersten Bands in Zelten vor dem Gelände unter dem Motto «Louder Than Hell» auf. Während die Masse vor der Bühne wild tanzte und beim «Headbanging» stilgemäß die langen Mähnen schüttelte, genossen viele Besucher die wummernde Musik in der prallen Sonne sitzend. Einige baten Stunden später kleinlaut und mit schmerzhaftem Sonnenbrand bei den Sanitätern um kühlende Brandsalbe.

Überschattet wurde das Festival durch den Unfalltod einer jungen Frau. Sie starb auf dem Weg zum W:O:A bei einem Verkehrsunfall im nahen Christinenthal. Die Frau stand gemeinsam mit zwei anderen Frauen und einem Mann im Alter von 18 bis 20 Jahren wenige Kilometer vom Festivalgelände entfernt bei einem Auto, als ein Lastwagen aus zunächst unbekannter Ursache von der Straße abkam und in die Gruppe fuhr. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihre Freunde wurden schwer verletzt. Die Festival-Besucher wurden zunächst nicht über den tragischen Unfall informiert.

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