Flensburg (dpa) - Mit einer Demonstration der eigenen Stärke hat Rekordmeister THW Kiel in Flensburg seinen Anspruch auf die Titelverteidigung in der Handball-Bundesliga untermauert.

Beim am Ende souveränen 37:31 (16:18) im Klassiker bei Nachbar SG Flensburg-Handewitt feierte der Serienmeister den siebten Erfolg in Serie gegen die SG und jubelte am Mittelkreis. «Siege in Flensburg sind immer wichtig, dieser ist es besonders», sagte Nationalspieler Christian Zeitz triumphierend. Mit sieben Toren zählte er neben Filip Jicha und Christian Sprenger (je 8) zu den Matchwinnern. Sollte Überraschungs-Tabellenführer Füchse Berlin (14:0) in Hamburg verlieren, wäre der THW (14:2) wieder da, wo er nach eigenem Befinden hingehört - an der Spitze.

«Glückwunsch an die Kieler. Sie haben eine Super-Mannschaft, die eindrucksvoll gezeigt hat, dass der Titel nur über sie führt», lobte Flensburgs Coach Per Carlén den Gegner. Die Kieler bewiesen einmal mehr, dass sie immer dann bärenstark sind, wenn's drauf ankommt. Denn bis zum 27:26 (45.) führte ständig die SG. Doch binnen zehn Minuten hatte Kiel vor allem dank seines Torjäger-Trios, das unbeeindruckt von Pfiffen des Flensburger Publikums nun jede Chance eiskalt ausnutzte, daraus einen 34:28-Vorsprung gemacht.

«Wir haben uns in der Halbzeit geschworen, dass wir hier nicht verlieren wollen. Die feindliche Stimmung gehört in einem Derby dazu. Jetzt genießen wir die zwei Punkte, damit haben wir unsere Antwort gegeben», betonte Jicha. Der wurfgewaltige Tscheche hob vor allem Zeitz hervor, den die vielen SG-Fans unter den 6300 Zuschauern in der ausverkauften Campushalle besonders auf dem Kieker hatten. «Gerade Christian, der hier nicht gerade beliebt ist, hat uns nach vorne gebracht. Er hat seine Profi-Einstellung gezeigt, seine Emotionen mit Bravour weggesteckt und sich nur auf das Spiel konzentriert. Ein Riesenkompliment an ihn», lobte Jicha seinen Teamkollegen.

Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Thierry Omeyer einen ganz schwachen Tag erwischt hatte. Der französische Nationaltorwart konnte in den ersten 40 Minuten nur einen von 17 Würfen der Flensburger, für die Oscar Carlén, Anders Eggert (beide 9) und Lasse Boesen (8) lange beinahe nach Belieben trafen, abwehren und wurde sogar ausgewechselt. Als die in der fünften englischen Woche nacheinander beschäftigten Hausherren dann kräftemäßig abbauten, schlug der THW sofort zu. «Da haben wir einfach zu viele technische Fehler gemacht», gab Eggert zu. «Gegen solch eine Klasse-Mannschaft wie Kiel verliert man dann.»

Und der deutsche Meister und Champions-League-Sieger verspricht noch besser zu werden. Für kommende Saison hat der THW einen weiteren Top-Spieler verpflichtet. Von MKB Veszprem aus Ungarn kommt der serbische Nationalspieler Marko Vujin, der im rechten Rückraum einem Top-Mann wie Zeitz den Platz streitig machen will. «Wir freuen uns über diese Verpflichtung», betonte Geschäftsführer Uli Derad. «Es ist unsere Aufgabe, den THW Kiel auch für die Zukunft zu wappnen. Marko Vujin hat eine große Zukunft, die wir gemeinsam gestalten wollen.»