Frankfurt (dpa) - Ein freundliches Börsenumfeld hat den DAX am Donnerstag auf den höchsten Stand seit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers getrieben. Der Leitindex stieg um 0,32 Prozent auf 6.455,27 Punkte - damit schloss er so hoch wie seit September 2008 nicht mehr.

Damals riss die Insolvenz des US-Instituts die Finanzwelt in eine schwere Krise. Seit seinem Tief im März 2009 hat der DAX damit um rund 80 Prozent zugelegt. Der MDax verlor an diesem Donnerstag an Schwung, hielt sich aber mit einem Plus von 0,03 Prozent bei 9161,36 Punkten auf einem Zwei-Jahres-Hoch. Der TecDax gewann 0,81 Prozent auf 808,74 Punkte. "Die Grundstimmung an den Börsen ist weiterhin positiv", sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank. Die wichtigsten europäischen Aktien hingegen verbuchten zum Handelsschluss in Europa leichte Verluste.

Es waren vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe, die für Gesprächsstoff sorgten. Im DAX setzten sich die beiden Versorger Eon und RWE nach dem jüngsten Abwärtstrend positiv ab und legten um 1,02 und 0,93 Prozent zu. Ein Händler machte dafür im freundlichen Marktumfeld Indexkäufe verantwortlich, die besonders die Schwergewichte betreffen. Finanzwerte zählten zu den größten Verlierern. Commerzbank etwa fielen am DAX-Ende um 1,59 Prozent auf 6,44 Euro, Deutsche Bank sanken um 0,82 Prozent auf 41,31 Euro. Die Ratingagentur Moody's schätzt die Aussichten für die deutschen Großbanken weiterhin pessimistisch ein.

Aktien von Hugo Boss gehörten nach überraschend vorgelegten Zahlen mit plus 4,70 Prozent auf 46,12 Euro zu den Favoriten im MDAX. Der Modekonzern übertraf im dritten Quartal die Markterwartungen und hob deshalb seinen Ausblick für das Gesamtjahr deutlich an. Im SDAX gewannen die Anteilsscheine des Branchenkollegen Tom Tailor im Windschatten der Zahlen 2,79 Prozent auf 14,39 Euro. Südzucker-Aktien fielen im Index der mittelgroßen Werte nach unterschiedlich aufgenommenen endgültigen Halbjahreszahlen um 1,87 Prozent auf 16,775 Euro zurück. Dagegen verteuerten sich die Titel von Heidelberger Druckmaschinen nach einem positiven Analystenkommentar um 3,77 Prozent auf 3,244 Euro.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,16 Prozent niedriger bei 2836,11 Punkten. In Paris und London ging es für die nationalen Leitindizes ebenfalls leicht nach unten. Auch der New Yorker Leitindex Dow Jones gab zum europäischen Börsenschluss nach.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,04 (Vortag: 2,05) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,10 Prozent auf 128,53 Punkte. Der Bund Future aber sank um 0,11 Prozent auf 131,43 Punkte. Der Kurs des Euro gab am späten Nachmittag wieder etwas nach und notierte zuletzt bei 1,4063 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4101 (1,3958) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7092 (0,7164) Euro.