Berlin (dpa) - Das Neue Museum in Berlin hat mit seinem Publikumsmagneten Nofretete innerhalb zwölf Monate mehr als 1,2 Millionen Besucher angelockt. Am 16. Oktober feiert das im vergangenen Jahr nach 70 Jahren wiedereröffnete Haus sein einjähriges Jubiläum.

Der Besucherandrang ist nach wie vor groß. Wer einen Besuch plant, muss sich mindestens 24 Stunden vorher um ein sogenanntes Zeitfensterticket bemühen.

Das Neue Museum gehört zum Weltkulturerbe Berliner Museumsinsel. Der zwischen 1843 und 1855 errichtete Bau gilt als eines der bedeutendsten Bauprojekte seiner Zeit in Preußen und ist das Hauptwerk des Architekten Friedrich August Stüler. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, war es seit 2003 unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield für 213 Millionen Euro aufwendig restauriert und wiederhergestellt worden.

Glanzstück ist die weltberühmte Büste der ägyptischen Königin Nofretete, obwohl um den Besitz der 3300 Jahre alten Figur seit langem zwischen Deutschland und Ägypten gerungen wird. Aus Kairo kommen immer wieder Forderungen, den Kulturschatz in seine Heimat zurückzubringen. Die Büste war nach deutscher Auffassung 1913 im Rahmen einer Fundteilung rechtmäßig durch die Deutsche Orientgesellschaft und später durch den preußischen Staat erworben worden.

Insgesamt sind im Neuen Museum drei Sammlungen untergebracht: Das Ägyptische Museum mit Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten aus dem Schatz des Priamos sowie Teile der Antikensammlung. Damit vereint das Haus fast 9000 Objekte auf rund 8000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf vier Ebenen.