Frankfurt/Main (dpa) - Im Streit um die Reform der Fußball- Regionalligen bahnt sich ein Kompromiss an. Reinhard Rauball will als Chef des Ligaverbandes bei der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes DFB-Präsident Theo Zwanziger einen «Fünf-Punkte-Solidarpakt Regionalliga» vorlegen.

«Das ist ein erster anerkennenswerter Vorstoß in die richtige Richtung», sagte Rainer Koch, der Vorsitzende des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), der Nachrichtenagentur dpa. «Es reicht nicht, die Zahl der Ligen zu erhöhen und zu meinen, damit seien alle Probleme gelöst», erklärte Rauball im Fachmagazin «kicker». «Im Sinne dieses Ansatzes wären wir bereit, die Zahl der Regionalligen eventuell auf vier oder fünf Staffeln zu erhöhen.»

Bisher wird in der Regionalliga Nord, West und Süd gespielt. Über der Zukunft der vierten Liga, in der Traditionsvereine wie Stuttgarter Kickers, 1. FC Magdeburg, Eintracht Trier und Darmstadt 98 mühsam um ihre Existenz kämpfen, sollte eigentlich beim DFB- Bundestag am 21./22. Oktober in Essen entschieden werden. Für eine grundlegende Reform, meinte Rauball jetzt, müsse aber eine Kommission gebildet werden.

«Wir brauchen ein durchdachtes Konzept, das alle mittragen und für einen möglichst langen Zeitraum umgesetzt wird», erklärte der Präsident von Borussia Dortmund. «Deshalb werde ich Theo Zwanziger den Vorschlag unterbreiten, die gewünschte Reform gemeinsam zu erarbeiten und über einen außerordentlichen DFB-Bundestag im Frühjahr 2011 auf den Weg zu bringen.»

Eine Kampfabstimmung wollen der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) verhindern. Der BFV fordert, die Regionalliga auf acht Staffeln zu erhöhen und verspricht sich davon geringere Kosten für die Vereine. Nordrhein-Westfalen will die U 23-Teams der Bundesligaclubs in eine extra Staffel verbannen.

Rauball erinnerte an das 36:0-Votum der Erst- und Zweitliga- Manager gegen eine Reform, sagte aber auch: «Auf der anderen Seite ist es nicht so, dass der Profifußball grundsätzlich den Belangen des Amateurfußballs entgegenstehen will.» Bedingungen für seinen Kompromissvorschlag seien, dass es keine Begrenzung für die Zahl der zweiten Mannschaften gebe und die Auf- und Abstiegsregelungen nicht limitiert seien.

«Darüber hinaus bedarf es einer finanziellen Entlastung der Regionalliga durch den DFB», betonte Rauball. «Die Liga hat bei der letzten Regionalliga-Reform erklärt, dass sie mit Blick auf die zweiten Mannschaften auf etwa vier Millionen Euro pro Jahr verzichtet - etwa auf TV-Gelder in der 3. Liga oder Einnahmen aus der Teilnahme der zweiten Mannschaften am durchaus lukrativen DFB-Pokal. Diese Gelder könnte der DFB ganz oder anteilig an die Regionalligavereine ausschütten.»