Osnabrück (dpa) - Nach vereinzelter Kritik erhält die Deutsche Bahn nun auch Zustimmung für ihre Preispolitik. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und der Fahrgastverband Pro Bahn zeigten Verständnis für die Erhöhung der Fahrkartenpreise im Regionalverkehr um durchschnittlich 1,9 Prozent.

«Dafür muss man die Bahn nicht schelten», sagte der Verkehrsexperte der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag).

Kunden in den Ballungsgebieten zahlten Tarife, die von den Verkehrsverbünden - also auch den Kommunen - festgelegt würden und großenteils sogar stärker erhöht worden seien. Die Erhöhung der Bahnpreise Mitte Dezember treffe nur jenen kleinen Teil der Kunden, der über Verbundgrenzen hinausfahre, sagte Krawinkel. Im Fernverkehr verzichtet die Bahn erstmals seit acht Jahren auf eine Anhebung.

Der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, nannte die Preiserhöhung «nur konsequent». Denn das Problem liege «bei der öffentlichen Hand, die ihre Aufgaben nicht wahrnimmt», sagte er dem Blatt. Diese verpasse es, den Nahverkehr in gebotenem Umfang zu fördern und investiere stattdessen lieber in streitbare Großprojekte wie den Neubau des unterirdischen Durchgangsbahnhofes Stuttgart 21. Wenn man künftig höhere Gehälter der Mitarbeiter finanzieren und den Nahverkehr in jetzigem Umfang aufrechterhalten wolle, sei eine Preiserhöhung deshalb wohl der einzige Weg.