Berlin (dpa) - Deutsche Sportfunktionäre befürchten nach den Krawallen in Genua keine akute Randale-Gefahr für Sportereignisse im eigenen Land. Allerdings forderte DOSB-Präsident Thomas Bach erhöhte Wachsamkeit von Vereinen, Verbänden und der Polizei.

Einen Trend, dass die Fußball-Bühne ähnlich wie beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Italien und Serbien für politisch motivierte Ausschreitungen missbraucht wird, sieht der Jurist aus Tauberbischofsheim aber nicht. «Damit kein Trend entsteht, ist erhöhte Wachsamkeit angesagt, in dem man Instrumente anwendet, die bereits in der Vergangenheit gegriffen haben, wie zum Beispiel Ausreisekontrolle oder Stadionverbot», meinte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Es sei nicht neu, dass viele Hooligans keine Fußball-Fans mehr sind.

Die Krawall-Androhungen von Frankfurter Ultras für das Bundesliga-Gastspiel der Eintracht beim 1. FC Kaiserslautern fallen nach Ansicht von Heribert Bruchhagen in eine andere Kategorie. «Wir haben natürlich eine problematische Fan-Struktur, aber solche Dinge wie in Genua kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen», sagte der Eintracht-Vorstandschef, der auch Mitglied im Ligavorstand ist.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht sich für ähnliche Zwischenfälle gewappnet. «Ich kann die Lage in Italien aus der Ferne nicht abschließend beurteilen. Ich glaube aber, dass wir in Deutschland mit unserer Infrastruktur und unseren Konzepten gut aufgestellt sind», sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn. «Natürlich bleibt immer ein Restrisiko.»

In Genua hatten nach Ansicht des serbischen Präsidenten Boris Tadic «Hooligans und anderen extremistischen Organisationen» die Ausschreitungen verursacht. Einige der Gewalttäter, die der rechten Szene zugeordnet werden, waren auch bei den schweren Krawallen nach einem Umzug von Homosexuellen in Belgrad beteiligt gewesen.