London/Oxford (dpa) - Ein Studium in Oxford - bei Schulabgängern ist es wegen der hoch angesehenen Ausbildung begehrt und wegen der großen Anforderungen gefürchtet zugleich.

Die altehrwürdige britische Universität hat jetzt einen Einblick in die Art der Fragen gewährt, die angehende Oxford-Studenten beim Aufnahmetest erwartet. Im vergangenen Jahr absolvierten rund 10 000 junge Männer und Frauen den Test.

Vielleicht überraschend: Es sind keineswegs Wissensfragen, die über die Aufnahme an einer der renommiertesten Universitäten der Welt entscheiden. Vielmehr soll geprüft werden, inwiefern die jungen Leute fähig sind, eigenständig zu denken. «Es gibt viele Mythen um den Aufnahmetest in Oxford, und manchmal ist das der angsteinflößendste Teil der ganzen Bewerbung», sagte Mike Nicholson von der Universität. «Die Fragen sollen die Bewerber zum Denken bringen, nicht zur Wiedergabe von bestehendem Wissen.»

Ein Bewerber für das Englischstudium könnte beispielsweise zum 50- jährigen Bestehen der britischen TV-Seifenoper «Coronation Street» gefragt werden, teilte die Universität mit. Ein Philosophie-Bewerber schlicht: «Was ist für einen Menschen normal?». Mit den offenen Fragen, die eben nicht nach der einzig richtigen Antwort suchen, soll auch die kommerziell organisierte Vorbereitung auf die Tests erschwert werden. Oxford war in jüngster Zeit verstärkt mit Bewerbern konfrontiert, die sich in teuren Vorbereitungsseminaren schulen ließen und sich daraus einen Vorteil erhofften.