Berlin (dpa) - Dortmund unter Zugzwang, Stuttgart mit einem Punktepolster auf dem Weg in die Zwischenrunde, Leverkusen vor einer doppelt reizvollen Auswärtsaufgabe: Die Begegnungen in der Europa League sind für die drei deutschen Vereinen von hoher Bedeutung.

Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund steht am dritten Spieltag gegen Paris St. Germain unter Druck. Bayer Leverkusen kann mit einem Sieg bei Aris Saloniki in Griechenland die K.o.-Runde fast schon buchen. Das nationale Tabellen-Schlusslicht VfB Stuttgart will seinen dritten Sieg in Serie feiern und gegen den FC Getafe ebenfalls am Donnerstag die Weichen für das Weiterkommen stellen.

Von einer derartigen Ausgangsposition sind die Bundesliga- «Überflieger» aus Dortmund weit entfernt. Im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde darf sich Dortmund mit erst drei Punkten gegen die derzeit beeindruckend aufspielenden Franzosen keinen Ausrutscher erlauben: Der BVB braucht nach der Heimniederlage gegen Sevilla (0:1) einen Sieg.

Die Aufgabe ist schwer. Schließlich hat Paris St. Germain als Dritter der französischen Eliteliga einen ähnlich guten Lauf wie die Borussia. Wettbewerbsübergreifend ging keines der vergangenen sieben Spiele verloren. Paris führt die Gruppe J mit zwei Siegen an. «Das wird eine harte Nuss», sagte BVB-Taktgeber Nuri Sahin. Linksverteidiger Leonardo Dede soll als Ersatz für den gesperrten Marcel Schmelzer erstmals seit dem 8. Mai wieder in einem Pflichtspiel auflaufen.

Zumindest international ist die Situation beim VfB entspannter. Mit einem weiteren Sieg hätte die Mannschaft des neuen Cheftrainers Jens Keller den Einzug in die Zwischenrunde fast sicher. Für das «Keller-Kind» wäre ein Erfolg zudem ein weiterer kleiner Schritt aus der Krise. Keller fordert gegen den Madrider Vorort-Club Getafe die gleichen Tugenden seiner Profis wie beim 2:2 «auf Schalke», als Keller seinen Einstand als Chef gab: Mit Aggressivität, Einsatzbereitschaft und schnellem Umschalten sollen die Spanier schon im Ansatz gestört werden. «Das ist eine spielstarke Mannschaft, die aber keine Aggressivität verträgt», lautet Kellers Urteil über den spanischen Tabellen-Achten.

Leverkusen ist beim dreimaligen griechischen Meister Aris Saloniki doppelt motiviert. Mit einem Sieg würde die Werkself den Uralt-Rekord der Gastgeber brechen und die Tür zur K.o.-Runde weit öffnen. Aris ist im Europacup seit mehr als 40 Jahren und 22 Heimpartien ungeschlagen. Nach dem 3:2 in Wolfsburg und dem Sprung auf Platz drei in der Liga hat Bayer keine Angst vor den Griechen, die zuletzt Titelverteidiger Atlético Madrid (1:0) besiegten.

Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes erwartet nicht nur wegen der heißblütigen Aris-Fans keine leichte Aufgabe: «Aris ist eine unangenehme Mannschaft, sie ist defensiv sehr stark und hat bewiesen, dass sie sich in Europacup-Spielen steigern kann.» Hoffnungen auf einen Einsatz in der Startelf hat Bayer-Kapitän Simon Rolfes. «Sicher ist die Zeit gereift, dass er wieder von Anfang an spielen kann», sagte Heynckes am Mittwoch. Rolfes hatte nach drei Knieoperationen 241 Tage pausieren müssen - in Wolfsburg glänzte er als Joker und Doppel-Torschütze.