Berlin (dpa) - Das neue Album des britischen Sängers Bryan Ferry (65) kommt Ende dieser Woche in die Läden. Vor dem Verkaufsstart von «Olympia» verriet der Musiker der Nachrichtenagentur dpa, warum Kate Moss das Cover ziert, wie er sich mit alten Liedern therapiert und wo es ihn auf der Partyinsel Ibiza in die Clubs zieht.

Wofür steht der Name Ihres Albums - wollen Sie damit auf den Olymp?

Ferry: «Naja, ich habe eine ganze Weile an diesem Album gearbeitet. Es ist seit etlicher Zeit die erste Platte mit meinen eigenen Songs. Eine Sammlung aus Stücken, die alle einen unterschiedlichen Ursprung haben, sich aber am Ende treffen als eine Gruppe gemeinsamer Songs. Einige habe ich selber geschrieben, einige sind Kooperationen mit Menschen, die ich mag. Aber die meisten sind aufgenommen in Olympia, in meinem gleichnamigen Studio im Londoner Stadtteil Olympia.»

Die Kollegen von Roxy Music sind auch dabei. War es schwierig, wieder zusammenzuarbeiten - die Band hat ja bewegte Zeiten hinter sich?

Ferry: «Wir haben uns 1983 getrennt, das ist jetzt schon ganz schön lange her. Aber wir haben danach noch einige Tourneen zusammen gemacht, darunter eine sehr große im Jahr 2001 und auch einige Auftritte bei Festivals. Es ist immer ein großer Spaß. Und es ist gut, mit Leuten zu spielen, mit denen man eine gemeinsame Geschichte hat. Besonders, weil wir ja damals so viel Material zusammen gemacht haben in den 70ern und zu Beginn der 80er Jahre. Es ist eine große Freude für mich, die alte Musik zu spielen. Besonders, als ich so lange im Studio war und an dem neuen Stoff gearbeitet habe. Dann ist das fast schon wie eine Therapie, den alten Kram zu spielen.»

Der erste Track des Albums, «You Can Dance», läuft ja derzeit in den Clubs rauf und runter. Trifft man Sie auch manchmal in Clubs?

Ferry: «Ich bin kein Experte auf diesem Feld. Mein Sohn Isaac, einer der Produktionsleute hinter dem neuen Album, der fühlt sich sehr in dieser Welt zuhause. Ich selber - naja, ich fliege nach Ibiza jedes Jahr und war natürlich auch schon einmal in Clubs - aber ich lebe nun nicht in den Clubs, wie das andere Leute machen. Aber es gibt da eine große deutsche Verbindung zum Dancefloor. Ich arbeite etwa mit DJ Hell zusammen. Und immer wenn ich auf Ibiza bin, sehe ich DJ Sven Väth, der da einen tollen Nachtclub hat, das "Cocoon". Es ist faszinierend, diese Welt zu sehen, die sich sehr unterscheidet von der Welt des Rocks. Aber es ist schließlich alles Musik.»