Offenbach (dpa) - Die Kickers Offenbach fiebern dem «Spiel des Jahres» entgegen, die Fans träumen von einer Sensation - und auch Sportmanager Andreas Möller kann vor dem ausverkauften Pokal-Duell des Drittliga-Tabellenführers mit seinem Ex-Club Borussia Dortmund ein Kribbeln nicht verleugnen.

«Das ist natürlich ein besonderes Spiel. Normalerweise spielen wir gegen einen Bundesligisten nur in Freundschaftsspielen, die Dortmunder sehen wir sonst nur im Fernsehen. Es ist ein Highlight für den Verein, die Spieler und die Fans. Wir hoffen, den BVB ein bisschen ärgern zu können», sagte Möller der Nachrichtenagentur dpa.

Von 1988 bis 1990 und 1994 bis 2000 absolvierte Möller insgesamt 228 Bundesligaspiele für den BVB, mit dem er Pokalsieger, zweimal deutscher Meister und als Krönung Champions-League-Sieger wurde. «Natürlich sind mir die schwarz-gelben Farben vertraut. Ich habe auch noch gute Kontakte nach Dortmund. Daher war ich natürlich leicht amüsiert, als das Los gezogen wurde», berichtete Möller. Am Mittwoch sind seine Sympathien aber klar verteilt: «Ich bin Angestellter von Kickers Offenbach und hoffe natürlich, dass wir uns gut aus der Affäre ziehen und Erfolg haben.»

Der alt-ehrwürdige Bieberer Berg wird mit 25 000 Zuschauern ausverkauft sein, was Möller als zusätzliche Motivation ansieht. «Die Fans kommen, weil sie auf ein Fußball-Wunder hoffen. Für jeden Spieler wird es eine Herausforderung. Jeder will natürlich auch sehen, wie weit weg bin ich von der Bundesliga», erklärte der 43- Jährige.

An der Rollenverteilung ließ Möller jedoch keine Zweifel, auch wenn die Hessen in dieser Saison erst ein Pflichtspiel verloren haben. «Wir treffen auf eine übermächtige Mannschaft, die in der Bundesliga on top ist und in der Europa League spielt. Da kann man kaum von einem Kräftemessen sprechen. Selbst die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund hat im vergangenen Februar bei uns gewonnen. Wir sind krasser Außenseiter, der Underdog», meinte der Europameister von 1996.

Seither hat sich der Traditionsverein, der vor 40 Jahren den DFB- Pokal gewann, unter Trainer Wolfgang Wolf jedoch zu einem Spitzenteam der 3. Liga gemausert. «Mit dem Saisonverlauf sind wir sehr zufrieden, unsere Entwicklung ist positiv», stellte Möller fest. Dies ist auch BVB-Trainer Jürgen Klopp nicht verborgen geblieben: «Andreas Möller hat eine starke Mannschaft zusammengestellt - mit ausgesprochenen Qualitäten in der Offensive.»

Dies soll auch der Tabellenzweite der Bundesliga zu spüren bekommen. Zumal bei einem Weiterkommen ein warmer Geldregen kommt: Der Einzug in das Achtelfinale würde weit über eine halbe Million Euro in die Kassen spülen. «Der Pokal ist für einen Drittligisten eine lukrative Einnahmequelle», sagte Möller. Priorität genießt aber die Meisterschaft: «Wir haben das Ziel aufzusteigen. Das ist die Pflicht, der Pokal die Kür.»