Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie hat vor einer dramatischen Lücke bei der Versorgung mit Rohstoffen gewarnt. «Die Lage hat sich verschlechtert, die Existenz einiger Unternehmen ist gefährdet», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, am Dienstag in Berlin.

Der freie Zugang zu Rohstoffen sei unverzichtbar für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit. Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) steigt mit dem Aufschwung die Rohstoffnachfrage der Unternehmen. «Der Rohstoffhunger der Welt wird weiter wachsen.» China und Indien seien wieselflink unterwegs und sicherten sich Vorkommen an seltenen Bodenschätzen.

Brüderle schlug vor, dass die Welthandelsorganisation WTO auf Mindeststandards im Rohstoffhandel achten sollte. Auch auf G20-Ebene müsse mehr über dieses Thema gesprochen werde, um Spekulationen an den Rohstoffbörsen einzudämmen.

Grundsätzlich müsse die Wirtschaft sich aber selbst helfen. «Ein VEB (Volkseigener Betrieb) Rohstoffe passt nicht in unser Wirtschaftssystem und wird es mit mir nicht geben», sagte Brüderle. Die Regierung strebe aber an, dass die Deutschen mehr Wertstoffe recyceln.

Die Wirtschaft, die jährlich Rohstoffe für 80 Milliarden Euro aus dem Ausland importiert, will nun gemeinsam mit der Politik nach Lösungen suchen. Keitel setzt auf Kooperationen - auch mit China: «Wir wollen keinen Handelskrieg.»