Tokio (dpa) - Die japanische Regierung hat ein milliardenschweres Konjunkturprogramm verabschiedet, um den Höhenflug des Yen zu bremsen und Exporte zu erleichtern. Auch die Binnennachfrage soll angekurbelt werden.

Wegen der Sorge um den andauernden Anstieg der Landeswährung und eine Deflation mit sinkenden Preisen stimmte die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan einem Paket mit einem Volumen von 5,09 Billionen Yen (etwa 45,2 Milliarden Euro) zu.

Gefördert werden auch staatliche Aufträge und die regionale Wirtschaft. Der Yen war am Montag mit 80,41 Yen für einen Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen und notierte am Dienstag bei 80,68.

Der starke Yen bereitet vor allem der exportorientierten Wirtschaft Japans Kopfzerbrechen, da er japanische Produkte auf dem Weltmarkt verteuert und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes schwächt. Der Dollar wiederum steht seit Wochen zu vielen wichtigen Währungen unter Druck.

Das neue Konjunkturpaket soll zum größten Teil über einem Nachtragshaushalt finanziert werden, dem das Parlament noch zustimmen muss. Japan hatte erst im September ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von 915 Milliarden Yen (8,6 Milliarden Euro) vorgelegt, das unter anderem 200 000 Arbeitsplätze schaffen und Unternehmen und Verbraucher zu höheren Ausgaben anregen sollte.