Zürich (dpa) - Die Schweizer Großbank UBS hat im dritten Quartal die geringe Kundenaktivität an den Finanzmärkten zu spüren bekommen. Nach mehreren guten Quartalen rutschte das Investmentbanking wieder in die roten Zahlen.

Nach unter dem Strich profitierte das Institut aber von einer Steuergutschrift und blieb daher mit einem Gewinn von 1,6 Milliarden Franken (rund 1,2 Mrd Euro) deutlicher als erwartet im Plus. Zudem konnte UBS in ihrem Vermögensverwaltungsgeschäft den lange anhaltenden massiven Abfluss von Kundengeldern stoppen. Für das Schlussquartal zeigt sich der Vorstand vorsichtig optimistisch.

Die Bank zählt zu den größten Verlierern der Finanzkrise, zudem hat ein Steuerstreit in den USA zu einem immensen Vertrauensverlust bei den Kunden geführt. Seit Anfang 2008 haben die Kunden zig Milliarden an Vermögen aus dem Institut abgezogen.

Diesen Trend konnte die UBS nun stoppen: Im dritten Quartal flossen dem Konzern im Wealth Management erstmals wieder neue Gelder zu - der Zufluss belief sich netto auf 1,2 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten die Kunden zwischen Juli und September noch 91,1 Milliarden Franken abgezogen.

Finanzchef John Cryan wollte am Dienstag noch nicht von einer Kehrtwende sprechen - die Entwicklung sei noch volatil und es gebe noch eine Menge Arbeit. Doch es sei ein erster Schritt, der eine Verbesserung der Situation zeige.

Rund die Hälfte des Nettogewinns im dritten Quartal kam aber noch von einer Steuergutschrift. Vor Steuern fiel der Gewinn in den fortgeführten Geschäftsbereichen von 2,6 Milliarden Franken im zweiten Quartal auf 818 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die UBS noch tief in den roten Zahlen gesteckt.

Das Investmentbanking landete nach mehreren guten Quartalen zwischen Juli und September allerdings wieder im Minus. Vor Steuern stand ein Verlust von 406 Millionen Franken, nachdem die Sparte im zweiten Quartal noch einen Gewinn von 1,314 Milliarden Franken ausgewiesen hatte.