Nürnberg (dpa) - Die deutschen Verbraucher entwickeln sich nach Einschätzung von Konsumforschern immer stärker zum Wachstumsmotor. Im kommenden Jahr werde sich die Kauflaune der Bundesbürger weiter verbessern.

Damit dürfte der private Konsum noch stärker zum Wirtschaftswachstum beitragen als in diesem Jahr, prognostizierte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg. 2010 werde dieser Beitrag bei rund 0,5 Prozentpunkten liegen, im nächsten Jahr wahrscheinlich darüber.

Im Oktober hatte das Konsumklima nach teils rasanten Anstiegen auf hohem Niveau stagniert. Der Konsumklima-Index für November verharrte auf dem Vormonatswert von 4,9 Prozent. Davor war die Konsumlaune der Deutschen zuletzt im Mai 2008 so gut gewesen.

Ausschlaggebend für die im Jahr 2011 erwartet Kauflaune sind nach Einschätzung von GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl die weiterhin guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Konsumklima profitiere von der geringen Arbeitslosigkeit und der Preisstabilität, ist Bürkl überzeugt. «Beide entwickeln sich im Sinne der Verbraucher.» Denn wo die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes schwinde, planten Menschen wieder größere und teurere Anschaffungen. Auch stabile Preise verbesserten in der Regel die Kauflaune, erläuterte Bürkl.

Nach der jüngsten GfK-Konsumklimastudie wächst das Vertrauen der Verbraucher in die Konjunktur weiter. «Der fünfte Anstieg der Konjunkturerwartung in Folge belegt eindrucksvoll, dass die Verbraucher weiterhin an einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung in den nächsten Monaten glauben», betont die GfK. Der entsprechende Indikator kletterte im Oktober um 2,5 Punkte auf nun 56 Zähler. Dies ist der höchste Wert seit Juli 2007.

Mit so hohen Einkommenszuwächsen wie in den Vormonaten rechnen viele Verbraucher aber nicht mehr. Der Indikator für die Einkommenserwartung rutschte um 9,2 Punkte auf das August-Niveau von 36 Punkten ab. Viele Haushalte rechneten wegen der geplanten Umlegung der Öko-Abgabe anscheinend mit steigenden Strompreisen. Auch die vielerorts drohenden Anhebungen kommunaler Gebühren und Abgaben würden das frei verfügbare Einkommen der Verbraucher schmälern. Einschränkungen befürchteten deshalb vor allem Geringverdienende, erläuterte der Konsumforscher.

Entsprechend verzeichnete die GfK im Oktober eine sinkende Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen. Der entsprechende Indikator (Anschaffungsneigung) sank im Oktober um 8,2 auf 22,5 Punkte. Dennoch liegt dieser Wert immer noch deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert. «Trotz dieses Dämpfers im Oktober bleiben insgesamt die Aussichten für eine weiterhin ungetrübte Konsumlaune gut», stellte die GfK fest.