Madrid (dpa) - Sebastian Vettel ist nach Ansicht des Madrider Sportblatts «Marca» der «große Verbündete» des Spaniers Fernando Alonso im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Die auflagenstärkste Zeitung in Spanien begründete dies mit der Weigerung des Deutschen, in den letzten beiden Formel-1-Rennen zurückzustecken und den besser platzierten Red-Bull-Teamgefährten Mark Webber zu unterstützen.

«Vettels Ehrgeiz können ihn zum besten Alliierten Alonsos machen und entscheidend dazu beitragen, dass der Spanier den Titel gewinnt», schrieb das Blatt. Der 23-jährige Deutsche hatte auch nach seinem bitteren K.o. in Südkorea, seine Titelambitionen nicht aufgegeben. «Es ist noch nicht vorbei», beharrte er. «Ich werde bis zum Ende kämpfen.» Vettel erhielt dabei Rückendeckung von Red Bull, das wie bisher seinen beiden Fahrern eine Chance geben will.

Dagegen meinte «Marca», der Rennstall des Österreichers Dietrich Mateschitz hätte sich schon früher auf einen Titelaspiranten konzentrieren müssen. «Red Bull scheint nun bis zum Ende der WM bei seiner uneindeutigen Haltung zu bleiben. Dies ist ein Vorteil für Alonso, wie er kaum größer hätte sein können.» In der WM-Wertung führt der spanische Ferrari-Pilot mit 231 Punkten vor dem Australier Webber (220), dem Briten Lewis Hamilton (210) und Vettel (206).

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo war derweil bemüht, die Euphorie um Alonso zu dämpfen: «Wir waren vorher keine Idioten und sind jetzt keine Genies», sagte er in Maranello. «Wir sind ein Team, das nie aufgibt. Aber noch haben wir nicht gewonnen. Jeder muss in seinem Bereich die Pole holen - dann wird am Ende in Abu Dhabi abgerechnet.»