München (dpa) - Nie war Bastian Schweinsteiger so wertvoll für Bayern wie heuer. Beim Dusel-Sieg im DFB-Pokal gegen Werder Bremen übernahm der Chefstratege im Münchner Mittelfeld zum wiederholten Male als Torschütze auch noch die Retterrolle des verletzten Arjen Robben.

Der Niederländer ist sonst Bayerns etatmäßiger Mann für wichtige und besonders schöne Treffer. «Mein Job ist auch, mal ein Tor zu machen. Und wenn es entscheidende Tore sind, ist es umso schöner», sagte Schweinsteiger bescheiden nach seinem «Tor des Monats» beim knappen 2:1 (1:1).

Selbst der restlos bediente Werder-Coach Thomas Schaaf, der mit seinen fahrlässigen Stürmern («wir haben uns selbst geschlagen») und Schiedsrichter Michael Weiner wegen eines aberkannten Tores haderte, stimmte in die Lobeshymnen auf den Doppeltorschützen ein: «Das war ein schöner Knaller von Bastian», sagte Schaaf über Schweinsteigers krachenden Weitschuss mit rechts aus 30 Metern - ohne Anlauf.

Schwein(i) gehabt! Auf diese kurze Formel ließ sich der Erfolg der Bayern bringen. Der Nationalspieler glich erst in der 27. Minute die frühe Bremer Führung durch Claudio Pizarro (2.) aus, dann glückte ihm das Traumtor in der 74. Minute «zu einem guten Zeitpunkte, als die Bremer das 2:1 hätten machen können», wie er selbst analysierte.

Retter Schweinsteiger! «Ich warte oft darauf, dass ich mal schießen kann. Aber es ist nicht meine Hauptaufgabe, Tore zu machen. Ich versuche, das Spiel anzutreiben, Tempo mitzugeben und kluge Pässe zu spielen», beschrieb er seine Rolle. Das Toreschießen ist in dieser Saison hinzugekommen - in Bundesliga, Champions League und Pokal. Gegen Wolfsburg erzielte der 26-Jährige das 2:1-Siegtor in der Nachspielzeit. Und beim Last-Minute-Erfolg beim FC Basel (2:1) war Schweinsteiger ebenfalls als Doppeltorschütze der Matchwinner.

«Das zeichnet solche Spieler aus, dass sie da sind, wenn es brenzlig wird», lobte Torhüter Jörg Butt «die große Persönlichkeit» Schweinsteiger. In der Vorsaison traf der WM-Star andauernd nur Pfosten und Latte. «Wenn er zu seinen spielerischen Qualitäten nun auch noch im Abschluss das nötige Glück hat, ist er absolute Weltklasse», schwärmte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Nach seinem Traumtor stürmte Schweinsteiger jubelnd zur Bank und sprang in die Arme von Trainer Louis van Gaal, der das Glück kommen gesehen hatte, nachdem die Bremer zuvor Großchancen am Fließband versemmelten. «Nach der dritten vergebenen Chance habe ich zu meinem Assistenten Andries Jonker gesagt: `Wir gewinnen das Spiel`.»