Berlin/Nürnberg (dpa) - Der Aufschwung zahlt sich aus: Im Oktober gibt es in Deutschland weniger als drei Millionen Arbeitslose. Die Zahlen sind so gut, dass die Arbeitsministerin die Verkündung gleich um einen Tag vorzieht.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Oktober unter die magische Drei-Millionen-Grenze und damit auf den niedrigsten Stand seit 1992 gesunken. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bezifferte die Zahl der Jobsucher am Mittwoch mit 2,945 Millionen. Das ist der niedrigste Oktoberwert seit 18 Jahren.

«Das ist ein ganz großer Erfolg für die Menschen», sagte die CDU- Politikerin. Sie gab am Mittwoch überraschend die Zahlen persönlich bekannt. Sie sollten eigentlich erst am Donnerstag von der Bundesagentur veröffentlicht werden.

Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent - um jahreszeitliche Sondereffekte bereinigt lag sie bei 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl der Arbeitslosen um 86 000 zurück. Vor einem Jahr waren noch 283 000 mehr Menschen arbeitslos gewesen. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl zum Vormonat nur um 3000.

Arbeitsmarktexperten hatten in einer dpa-Umfrage allerdings einen noch stärkeren Rückgang der Oktober-Arbeitslosigkeit erwartet. Nach ihren Berechnungen ist die Erwerbslosigkeit im zu Ende gehenden Monat sogar auf 2,93 Millionen gesunken.

Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dürfte die Arbeitslosigkeit 2011 im Jahresschnitt dauerhaft unter drei Millionen liegen. Bald seien 41 Millionen Menschen erwerbstätig - so viel wie noch nie in der bundesdeutschen Geschichte. «Wir sind auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung.»

Der DGB erklärte, trotz der erfreulichen Zahlen gebe es keinen Anlass zur Euphorie. «Es gibt immer noch keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit und keine flächendeckenden Mindestlöhne», sagte DGB-Vize Claus Matecki. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach von einem Jobwunder, das Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik gemeinsam geschafft hätten.