Boston (dpa) - Das neue Glamour-Team der NBA hat gleich in der Premieren-Nacht die ersten Kratzer abbekommen. Mit hängenden Köpfen schlichen die Basketball-Superstars LeBron James, Chris Bosh und Dwyane Wade nach dem 80:88 der Miami Heat bei den Boston Celtics aus dem TD Garden von Boston.

Um sie herum: 18 624 entzückte Celtic-Fans, die hämisch lachten und feixten. Der mit großer Spannung erwartete erste Pflichtspiel-Auftritt der neuen Millionen-Truppe geriet für die Heat zum Fiasko - jetzt wissen James und Co. endgültig, was sie in den kommenden Wochen und Monaten erwartet.

«Kalter Start für die Heat», titelte die Tageszeitung «Miami Herald» ernüchtert. «Die Miami Heat brauchen noch Zeit, um heiß zu laufen», analysierte das Blatt. Das Publikum im Bostoner TD Garden verhöhnte den Rivalen aus Miami, der im ersten Viertel nur neun Punkte erzielte, mit «Überbewertet»-Rufen. «Glaubt nicht an den Hype: Celtics kühlen Heat», titelte die Internetseite des 17-maligen Meisters hämisch.

Die geschlagenen Superstars nahmen das verpatzte gemeinsame Debüt nach außen hin gelassen. «Wir wissen alle, dass Rom nicht an einem Tag erbaut worden ist. Wir verstehen das. Wir müssen nur besser werden», sagte der zweifache MVP James, der mit 31 Punkten einziger Lichtblick für die Gäste war.

Bosh und Wade enttäuschten beim ersten Auftritt des vermeintlichen Traumtrios dagegen. Der aus Toronto transferierte Bosh kam auf mickrige acht Punkte, Wade erzielte 13 Zähler, traf aber nur jeden vierten Wurfversuch. «Das war nur eins von 82», sagte Wade. «Sorry falls jemand dachte, dass wir die Saison mit 82-0 beenden. Das wird nicht passieren.»

Auch der unter Dauerdruck stehende Trainer Erik Spoelstra versuchte, die Startschwierigkeiten einzuordnen. «Wir haben unseren eigenen Plan und wissen, dass wir noch ein wenig Zeit benötigen. Das hat man heute vor allem im ersten Viertel gesehen», sagte der 39- Jährige, der einst für TuS Herten in der 2. Bundesliga aktiv war.

In den ersten zwölf Minuten erzielten die Heat gerade einmal neun Punkte, zwischenzeitlich zogen die bis in die Haarspitzen motivierten Celtics auf bis zu 18 Punkte davon. «Es hat Spaß gemacht», sagte Ray Allen, mit 20 Zählern bester Werfer bei den Hausherren. Paul Pierce steuerte 19 Zähler zum Erfolg bei, zudem glänzte Spielmacher Rajon Rondo mit 17 Assists. Selbst der in die Jahre gekommene Center-Koloss Shaquille O'Neal steuerte neun Punkte und sieben Rebounds zum Erfolg bei.