Berlin (dpa) - Fünf Schwergewichte der deutschen Wirtschaft haben im dritten Quartal kräftige Zuwächse geschafft. Bei Volkswagen sprudeln die Gewinne, SAP steigerte seinen Gewinn zweistellig und Eon sprach von einer «erfreulichen Entwicklung».

Lufthansa ist nach den ersten neun Monaten nun in der Gewinnzone. Auch die Deutsche Bank hätte üppig verdient - wäre da nicht die Postbank-Übernahme.

Bei VOLKSWAGEN sorgten der China-Boom, neue Modelle und eine steigende Nachfrage nach Luxuskarossen für einen Gewinnsprung. Fast die Hälfte trug Audi zum operativen Konzernergebnis von 4,8 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten bei. Die Kernmarke Volkswagen Pkw steigerte ihren operativen Gewinn um ein Vielfaches von 0,3 auf 1,6 Milliarden Euro.

Unter dem Strich stehen bei VW vier Milliarden Euro Gewinn, rund sechsmal soviel wie vor Jahresfrist. Von Januar bis September verkaufte VW 5,4 Millionen Autos, ein Plus von knapp 13 Prozent. Der Umsatz stieg um fast ein Fünftel auf 92,5 Milliarden Euro. «Wir haben in den ersten drei Quartalen unsere sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt und liegen damit auf einem guten Kurs, um die Ziele unserer Strategie 2018 zu erreichen», sagte Chef Martin Winterkorn. Dann will VW weltgrößter Autobauer sein.

Der DEUTSCHEN BANK verhagelte der Griff nach der Postbank die Bilanz: Die Übernahme drückte den Marktführer im dritten Quartal tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro. Grund waren Abschreibungen auf den bereits vor der Finanzkrise erworbenen 30-Prozent-Anteil an der Postbank. Ohne diese Effekte in Höhe von 2,3 Milliarden Euro hätte die Bank einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro eingefahren. Damit hätte die Bank an die Milliardengewinne der ersten beiden Quartale anknüpfen können.

Wichtigste Stütze war einmal mehr das Investmentbanking - die risikoreiche Sparte ist der Goldesel der Bank. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gab sich mit dem jüngsten Ergebnis denn auch sichtlich zufrieden.

Dem größten deutschen Energiekonzern EON machen milliardenschwere Zukäufe in Südeuropa zu schaffen: Wegen der negativen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Märkte in Spanien, Italien und Frankreich werde das Unternehmen 2,6 Milliarden Euro abschreiben, kündigte der Konzern an. Dennoch bleibe Eon im laufenden Geschäftsjahr auf Kurs. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um neun Prozent auf 8,0 Milliarden Euro.