Berlin (dpa) - Nach ihren Warnstreiks haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA die Deutsche Bahn und die großen Privatbahnen für kommenden Dienstag zu einem gemeinsamen Gesprächstermin eingeladen.

«Wir wollen die Verhandlungen dann an einem Ort parallel führen», teilten der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner und GDBA-Vize Heinz Fuhrmann am Mittwoch mit. Dies bringe «deutlich mehr Dynamik in den gesamten Prozess». Vom Verlauf dieser Verhandlungen wollen die beiden Gewerkschaften abhängig machen, ob und wie es mit Warnstreiks weitergeht.

Die Gruppe der großen sechs privaten Bahnbetreiber legte sich zunächst nicht fest. «Wir haben die Einladung noch nicht erhalten», sagte am Mittwochabend ein Sprecher der Benex GmbH stellvertretend für die Privaten. Von ihrem Inhalt hänge es ab, ob man zu dem Treffen nach Berlin kommen werde. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte: «Wir verschließen uns gemeinsamen Gesprächen nicht.»

Bisher verhandeln die Gewerkschaften jeweils separat mit der bundeseigenen Deutschen Bahn sowie sechs großen privaten Konkurrenten über einen Branchentarifvertrag. Transnet und GDBA hatten am Dienstag bundesweit den Regionalverkehr bestreikt, Hunderttausende Reisende mussten Verspätungen und Zugausfälle hinnehmen. Eine für diesen Freitag geplante Verhandlungsrunde mit der Deutschen Bahn in Frankfurt solle nicht stattfinden, hieß es in Gewerkschaftskreisen.

In der komplizierten Tarifrunde geht es um eine Angleichung der Tarifstandards. Bei privaten Konkurrenten liegen die Einkommen teils um 20 Prozent unter dem Niveau der Deutschen Bahn. Der bundeseigene Konzern und die sechs Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn hatten den Gewerkschaften auch eine Schlichtung angeboten.