Göppingen (dpa) - Mit einem Last-Minute-Tor und seinem achten Treffer hat Adrian Pfahl einen Fehlstart für die deutschen Handballer in die Qualifikation zur EM 2012 abgewendet.

Nach einer desaströsen ersten Halbzeit erkämpfte der WM-Fünfte in Göppingen noch ein glückliches 26:26 (8:14) gegen Österreich und verhinderte damit im 25. Duell die erste Pflichtspiel-Niederlage gegen den Nachbarn. «Wir haben eine ganze schlechte erste Halbzeit gespielt. Normalerweise darf das nicht passieren», sagte Ersatzkapitän Holger Glandorf.

Die deutsche Mannschaft steht durch den Punktverlust schon vor ihrem zweiten Spiel der Gruppe 5 am Sonntag in Dobele gegen Lettland unter Zugzwang. Dritter Gegner der Staffel ist der Olympia-Zweite Island.

Erstaunlich frohen Mutes hatte Bundestrainer Heiner Brand dem Duell mit dem Nachbarn trotz des Ausfalls eines Stammspieler- Quartetts entgegengeblickt. In 24 Vergleichen hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nur zweimal verloren. «Ich gehe positiv gestimmt in das Spiel», hatte Brand verkündet.

Trotzdem wog das Fehlen der Hamburger Pascal Hens (Muskelfaserriss) und Michael Kraus (Achillessehnenreizung) sowie von Lars Kaufmann (Göppingen/Schulterverletzung) und des nach einer Mandeloperation geschonten Sebastian Preiß (Lemgo) schwer. Immerhin hatten die Österreicher die EM im eigenen Land im vergangenen Januar als Neunter und damit einen Platz vor der deutschen Mannschaft beendet.

Davon aber wollte sich der Gastgeber nicht beeindrucken lassen. «Wir setzen auf unsere Stärken», hatte Brand als Devise ausgegeben. Doch weder seine Spieler noch er selbst wussten lange Zeit, worin diese bestehen sollten. Eine verheerende Chancenverwertung mit unter anderem nur einem verwandelten Siebenmeter von sechs kennzeichneten die Partie. Es mangelte an Abstimmung in Abwehr und Angriff. Schon Mitte der ersten Halbzeit hatte Brand fast sein komplettes Startteam ausgewechselt.

Nach dem 3:7 (20.) war es der für den schwachen Ersatzkapitän Glandorf gekommene Adrian Pfahl, der mit seinen Treffern zum 7:8 (22.) für Hoffnung im deutschen Team. Doch auch in der Folge scheiterte die DHB-Auswahl am eigenen Unvermögen und den Glanzparaden von Österreichs Torhüter Nikola Marinovic. Im Gegenzug trafen die Österreicher um ihren Kapitän Viktor Szilagyi (Flensburg-Handewitt) nach Belieben und schickten die deutsche Mannschaft mit einem 8:14-Rückstand in die Pause.