Düsseldorf (dpa) - Milliardenschwere Zukäufe in Südeuropa machen dem größten deutschen Energiekonzern Eon zu schaffen: Wegen der negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Märkte in Spanien, Italien und Frankreich werde das Unternehmen 2,6 Milliarden Euro abschreiben, kündigte der Konzern an.

Dennoch bleibe Eon im laufenden Geschäftsjahr auf Kurs. Bei den Wertberichtigungen handele es sich vor allem um Aktivitäten, die Eon im Zuge des Übernahmekampfes um den spanischen Stromriesen Endesa in den betreffenden Ländern erworben hatte. Die Düsseldorfer hatten im Frühjahr 2007 den Bieterkampf um Endesa gegen die italienische Enel zwar verloren, erwarben aber Beteiligungen von Endesa und Enel in einem Volumen von 11,5 Milliarden Euro. Der neue Vorstandschef Johannes Teyssen macht nun klar Schiff und korrigiert die Werte nach unten.

Die Wertberichtigungen minderten zwar den Konzernüberschuss, einen Einfluss auf das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sowie den bereinigten Konzernüberschuss hätten sie aber nicht, hieß es in der Mitteilung. Letzterer wiederum ist die entscheidende Größe für die Dividendenausschüttung. Eon hatte an seine Aktionäre im vergangenen Jahr pro Aktie 1,50 Euro gezahlt. Die Abschreibungen seien auch nicht zahlungswirksam.

Eon begründete die Maßnahme mit teils erheblich geringeren Margen und Auslastungen durch die Entwicklung von Strom- und Rohstoffpreisen in den genannten Ländern. Dadurch hätten sich die Erwartungen für die Ergebnisbeiträge in diesen Märkten mittel- bis langfristig verschlechtert. So korrigierte der Vorstand Firmenwerte (Goodwill) um rund 1,1 Milliarden Euro und sonstiges Anlagevermögen in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro.

Trotz dieser Entwicklung habe sich das dritte Quartal für Eon erfreulich entwickelt. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT kletterte um neun Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Der Ausblick für das gesamte Jahr werde nicht verändert. Die endgültigen Quartalsergebnisse veröffentlicht Eon am 10. November.

Unterdessen steht der Verkauf des US-Strom- und Gasgeschäfts von Eon kurz vor dem Abschluss. Die Aufsichtsbehörde habe grünes Licht für die Abgabe der Eon US Midwest an die PPL Corp gegeben. Im April hatten sich beide Unternehmen auf einen Verkaufpreis von voraussichtlich 7,6 Milliarden Dollar geeinigt. Die Transaktion könne voraussichtlich zum 1. November abgeschlossen werden.

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