München (dpa) - Ein junges deutsches Nationalteam hat sechs Monate nach der berauschenden WM erneut für ein Eishockey-Fest gesorgt und Kanada beim Deutschland-Cup niedergerungen.

Die durch etliche Absagen geschwächte Mannschaft von Coach Uwe Krupp setzte sich mit 4:3 (3:0, 1:3, 0:0) durch und bestand damit den ersten Härtetest vor der nächsten Weltmeisterschaft in der Slowakei.

In München überzeugte das deutsche Rumpfteam - Krupp hatte auf mehr als zehn angeschlagene Stammspieler verzichten müssen - durch Laufbereitschaft, Kampfeswille und auch spielerische Qualitäten. Durch den verdienten Erfolg kam die Auswahl des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB) der Cup-Verteidigung einen großen Schritt näher. Nächster Gegner ist am Samstag WM-Gastgeber Slowakei, der mit einem 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) gegen die Schweiz startete.

«Es war ein gutes Eishockeyspiel von beiden Mannschaften», sagte Bundestrainer Uwe Krupp. «Wir haben einen guten Start erwischt, danach war es dann sehr ausgeglichen. Aber in den entscheidenden Minuten haben wir dann wieder aufopferungsvoll gekämpft. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn eine Mannschaft Charakterstärke zeigt.»

Das 126. Match zwischen Deutschland und Kanada war vor allem das Duell jugendliche Unbekümmertheit gegen Routine - im ersten Drittel ließen Krupps «Knirpse» die komplett aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) rekrutierten Kanadier alt aussehen. Frank Mauer und Benedikt Kohl scheiterten früh an Fred Brathwaite, ehe der Mannheimer Goalie mit einer Unsicherheit den ersten Treffer begünstigte: Patrick Hager schob einen Abpraller zur Führung ins Gehäuse (9.) und sorgte für den ersten Jubel unter den 7500 Zuschauern in der Münchner Olympiahalle.

Der lustlose Rekordweltmeister hatte den munter aufspielenden Gastgebern nichts entgegenzusetzen. Nach einem deutschen Doppelschlag innerhalb von knapp drei Minuten sah es gar nach einer Blamage für die «Ahornblätter» aus: Kai Hospelt fälschte einen Schuss von Philip Gogulla ins Tor ab (13.), kurz darauf schob Alexander Weiß den Puck zum 3:0 (15.) und seinem ersten Länderspieltreffer ins Gehäuse.

NHL-Legende Mark Messier, der bei den Kanadiern hinter der Bande stand, schien lange nicht die richtigen Maßnahmen zu finden, im zweiten Abschnitt setzte sich der deutsche Sturmlauf fort. Kapitän Michael Wolf hatte per Penalty den vierten Treffer auf dem Schläger, aber Brathwaite hielt - ein Weckruf.