FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat seine Talfahrt am Freitag zunächst einmal unterbrochen. Nachdem die Gemeinschaftswährung im asiatischen Handel schon bis auf 1,3573 US-Dollar gesunken war, trugen deutlich sinkende Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen zur Entspannung bei und ließen den Euro zwischenzeitlich sogar bis auf 1,3775 Dollar steigen. Ein besser als erwartet ausgefallenes Konsumklima der Universität von Michigan setzte ihn jedoch wieder leicht unter Druck. Zuletzt wurden 1,3695 Dollar für einen Euro bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3711 (Donnerstag: 1,3700) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7293 (0,7299) Euro.

"Die Entspannung am Anleihemarkt der Randstaaten der Eurozone hat den Euro gestützt", sagte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Die Risikoaufschläge für irische und portugiesische Staatsanleihen waren nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage deutlich zurückgekommen. Fünf führende Euro-Länder haben zunächst erfolgreich versucht, privaten Gläubigerbanken des schwer verschuldeten Irlands die Angst vor Zahlungsausfällen zu nehmen. Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien gaben am Rande des G20-Gipfels in Seoul eine entsprechende Erklärung ab.

"Derzeit ist die Schuldenkrise das dominierende Thema am Devisenmarkt", sagte Karpowitz. In der kommenden Woche sei es durchaus möglich, dass auch Portugal wieder verstärkt in den Fokus der Märkte geraten könnte. Entscheidend sei jetzt, dass die betroffenen Länder die Märkte durch ihre Haushaltspolitik überzeugten.