Berlin (dpa) - Ein gutes Jahr nach dem Start von Schwarz-Gelb hat die Regierungskoalition die Weichen zur Stabilisierung des Gesundheitssystems neu gestellt. Die von der Opposition rundweg abgelehnten Neuregelungen leiten einen Systemwechsel ein.

Gesetzlich Versicherte werden künftig steigende Gesundheitskosten alleine tragen müssen. Gesundheit wird für sie damit langfristig immer teurer.

Was passiert mit dem Krankenkassenbeitrag?

Zu Beginn kommenden Jahres steigt der Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent. Dieser Wert galt schon vor der Wirtschaftskrise. Der Anstieg belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit jeweils 0,3 Prozentpunkten zusätzlich. Die Beitragslast ist aber unterschiedlich verteilt: 8,2 Prozent vom Bruttoeinkommen entfallen auf Arbeitnehmer und Rentner; für die Arbeitgeber sind es 7,3 Prozent. Für sie wird der Satz bei diesem Stand dann eingefroren.

Warum steigt der Beitragssatz?

Im kommenden Jahr drohte ohne Gegensteuern ein Defizit von neun Milliarden Euro. Durch die Anhebung des Beitragssatzes kommen rund sechs Milliarden Euro zusätzlich herein. Die restlichen drei Milliarden sollen Pharmafirmen, Ärzte und Krankenhäuser beisteuern.

Was ist, wenn das Geld trotzdem nicht reicht?