Paris/Berlin (dpa) - Für den europäischen Flugzeugbauer Airbus häufen sich die Probleme: Nach der Notlandung eines A380-Riesen wegen eines Triebwerksausfalls gibt es nun auch beim Bestseller A320 technische Schwierigkeiten.

An einer A321 der Lufthansa-Tochter British Midland International (bmi) fielen im August plötzlich die Cockpit-Bildschirme zeitweise aus, wie am Freitag bekannt wurde. Nach Airbus-Angaben kann das Problem nicht sofort technisch gelöst werden. Piloten erhielten deshalb Verhaltensregeln, falls es erneute Bildschirmausfälle geben sollte.

Die Ursache für den Schaden an einem A380-Triebwerk von Rolls- Royce ist inzwischen geklärt. Der Fehler betrifft alle Trent-900-Turbinen des Herstellers Rolls-Royce und dürfte die Auslieferung neuer A380 - das größte Passagierflugzeug der Welt - verlangsamen. Der A380 der australischen Qantas war am 4. November mit 466 Menschen an Bord in Singapur notgelandet, nachdem ein Triebwerk versagt hatte.

Der Notfall hätte nach einem Bericht der Zeitung «The Australian» auch in einer Katastrophe enden können. Denn als das Triebwerk der Maschine mit einem lauten Knall kaputtging, wurde die Tragfläche nach Informationen des Blattes schwerer beschädigt als bislang bekannt. Metallsplitter hätten Teile der Verkabelung und des Treibstoffsystems des Riesenflugzeugs zerstört, als sie die Außenhaut der Maschine durchschlugen, berichtete die Zeitung.

Außerdem sei die Feuerlöschanlage an der betroffenen Tragfläche ausgefallen. Die Maschine musste mit diesen Schäden noch eine Stunde Schleifen fliegen, um Benzin abzulassen, ehe sie nach Singapur zurückfliegen konnte. Weder Qantas noch die australische Transportsicherheitsbehörde ATSB wollten sich zu dem Bericht äußern.

Am Freitag musste erneut ein Flugzeug von Qantas kurz nach dem Start wegen Triebwerksproblemen umkehren. Es war eine Boeing mit einem General-Electric-Motor. Die Maschine mit 234 Passagieren an Bord hätte von Perth nach Melbourne fliegen sollen, meldete die Nachrichtenagentur aap. Kurz nach dem Start bemerkten die Piloten ein Vibrieren im linken Motor der Boeing 767, sagte Qantas-Sprecher Simon Rushold. Nach Tests in der Luft habe die Crew entschieden, wieder zu landen.

Rolls-Royce kündigte am Freitag an, ein fehlerhaftes Bauteil in der gesamten Trent-900-Serie auszuwechseln. Dieses sei als Ursache für den Triebwerksschaden identifiziert worden. Durch das fehlerhafte Bauteil könne Öl austreten und sich entzünden. Bei dem notgelandeten Qantas-Flugzeug habe der Brand im Bereich der Mitteldruckturbine zum Bruch der Turbinenscheibe geführt, die vom Aussehen her einem Zahnrad ähnelt. Ein Teil der geborstenen Scheibe war gefunden worden und gilt als Schlüssel bei der Fehlersuche.