Detroit (dpa) - Der amerikanische Steuerzahler darf sich Hoffnung auf einen Geldsegen aus dem GM-Börsengang machen. Die Nachfrage nach den Aktien des erst vor einem Jahr der Pleite entronnenen Autoherstellers sei stark, berichteten mehrere US-Medien am Freitag.

Deshalb erwäge die Konzernführung sogar, den Preis für das einzelne Papier über die bisher genannten 29 Dollar je Aktie anzuheben. Unter den Investoren, die Schlange stehen, ist auch der chinesische GM-Partner SAIC. Die beiden Unternehmen bauen schon seit Jahren gemeinsam Autos für den boomenden Markt in der Volksrepublik und hatten ihre Kooperation erst vor wenigen Tagen ausgeweitet. Sie nehmen jetzt das Nachbarland Indien ins Visier.

Allerdings, so schränkte die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg ein, werde SAIC höchstens einen kleinen, eher symbolischen Anteil an General Motors übernehmen. Die US-Regierung, die GM derzeit 61 Prozent an GM hält, wolle den Eindruck vermeiden, dass der größte der amerikanischen Autobauer in chinesische Hände fällt.

Durch die starke Nachfrage nach den Anteilsscheinen wird es für den Staat einfacher, seine milliardenschweren Hilfen wieder einzuspielen. Die US-Regierung hatte GM mit einer Finanzspritze von 49,5 Milliarden Dollar (36,1 Mrd Euro) den Neustart ermöglicht. Der IPO soll nach bisherigen Plänen in einem ersten Schritt maximal 12,2 Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen. Weitere Einnahmen fließen GM selbst zu.

Nach Informationen des «Wall Street Journal» sichern sich Staatsfonds aus dem Nahen Osten und Asien derzeit große Aktienpakete im Wert von insgesamt mehr als 1 Milliarde Dollar. Investoren aus den Regionen sind auch in Deutschlands Autoindustrie engagiert, etwa bei Daimler und Volkswagen. Die Fonds werden unter anderem mit den Gewinnen aus der Öl- und Gasförderung gespeist.

Durch den Börsengang will General Motors das Stigma des «Government Motors» loswerden. Der Konzern trommelt seit Wochen für seine Rückkehr aufs Parkett. Erster Handelstag wird voraussichtlich der 18. November sein. Der endgültige Preis wird am Tag zuvor festgelegt.

Der Zeitpunkt für die Rückkehr aufs Parkett ist gut gewählt: Das Unternehmen erhält derzeit Auftrieb von den angesprungenen Autoverkäufen. Nach neun Monaten hat das Unternehmen unterm Strich schon rund 4 Milliarden Dollar verdient und strebt damit auf den ersten Jahresgewinn seit 2004 zu.