Berlin (dpa) - Weihnachtsmarktbetreiber und Einzelhändler haben angesichts der jüngsten Terrorwarnung ihre Wachsamkeit erhöht. Die Budenbetreiber auf den 2500 Advents- und Christkindlmärkten wollen künftig stärker auf verdächtige Personen und Gegenstände achten.

Die rund 400 000 Geschäfte und Warenhäuser schulen ihren Wachschutz und sensibilisieren ihre Mitarbeiter. «Wir möchten aber keine Panik verbreiten», betonte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schausteller, Hans-Peter Arens. Private Sicherheitskräfte seien schon seit Jahren auf den rund 2500 Märkten im Einsatz. Zusätzliches Personal sei gegenwärtig nicht geplant. Auch die rund 400 000 Einzelhändler planen keine Taschenkontrollen.

Die Advents- und Christkindlmärkte sind angesichts der Millionen von Besuchern ohnehin schwer zu kontrollieren. «Wir wollen aber auch nicht, dass die Leute fernbleiben», sagte Arens. Nach Hinweisen auf Terroranschläge in Deutschland waren bereits am Mittwoch im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen vor allem auf Bahnhöfen und Flughäfen verstärkt worden. Experten fürchten, dass gerade Weihnachtsmärkte Ziel eines Anschlags sein könnten. Im Dezember 2000 hatte eine algerische Gruppe einen Sprengstoffanschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg geplant, was damals von den Sicherheitsbehörden in letzter Minute verhindert wurde.

Auf dem Nürnberger Christkindlmarkt will die Polizei mehr Präsenz zeigen. Außerdem sollen die Besucher verstärkt auf herrenlose Taschen achten und sie der Polizei melden. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der Markt besonders gefährdet sei, betonte eine Sprecherin. Es werde allerdings geprüft, ob das Sicherheitskonzept angepasst werden müsse. Geschäftseinbußen fürchten die Budenbetreiber derzeit nicht.

In Berlin wollen einige Veranstalter ihre Sicherheitsvorkehrungen erweitern. Die ersten Märkte öffnen an diesem Montag. «Wir werden natürlich alles uns Mögliche tun, um den Menschen ein gutes Gefühl zu geben, sagte der Sprecher des Berliner Schaustellerverbandes, Christian Wagner. Auch in Brandenburg soll auf den Weihnachtsmärkten mehr Polizei vor Ort sein. Aus Angst nicht auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen, sei falsch, hieß es aus dem Innenministerium in Potsdam. «Genau das wollen islamistische Terroristen doch erreichen», sagte Sprecher Ingo Decker.