Düsseldorf (dpa) - Zusammen unschlagbar, allein beim Stelldichein der Meister erneut gescheitert: Nachdem Sebastian Vettel seinen Kumpel Michael Schumacher im deutschen Top-Duell ausgeschaltet hatte, blieb der Formel-1-Weltmeister selbst auf der Strecke.

«Das ist ein bisschen Glückssache mit den Autos. Finale war das Ziel, aber es hat nicht ganz gereicht», stellte Vettel nach dem Halbfinal-Aus beim Race of Champions gegen den späteren Gesamtsieger Filipe Albuquerque aus Portugal fest. Damit warten Vettel und Schumacher, die ihre Rekordserie im Nations Cup dank des 41 Jahre alten Rekordweltmeisters noch fortgesetzt hatten, weiter auf den inoffiziellen Titel: Champion der Champions.

Dennoch boten die beiden den rund 30 000 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena ein packendes Duell. «Ich war ein bisschen zu ruhig», meinte Schumacher selbstkritisch, nachdem er einen kleinen Vorsprung in einem offenen KTM X-Bow nach Hause fahren wollte. Klappte aber nicht, nachdem Vettel schon vor dem Start mit kleinen Psychotricks begonnen hatte. «Wenn du gegen Michael fährst, musst du alles nutzen, damit du ihn schlagen kannst», sagte der 23- Jährige grinsend über den Kampf mit dem 18 Jahre älteren Kerpener. Vettel wollte nach einem Autowechsel eine Extra-Runde, Schumacher ließ sich das nicht gefallen und absolvierte auch einen zusätzlichen Warmup-Umlauf.

Gemeinsam hatte das deutsche Duo am Abend zuvor die Konkurrenz einmal mehr das Fürchten gelehrt. «Ich hatte Glück, dass ich ihn hatte», sagte Vettel. Der bald 42-jährige Schumacher (Geburtstag am 3. Januar) behielt im entscheidenden Lauf des Finales die Nerven, nachdem Vettel sein Rennen im ewig jungen Duell mit dem britischen Team verloren hatte. «Wir konnten uns in all den Jahren immer aufeinander verlassen», meinte Schumacher.

Vettel kam etwas schwer in die Gänge; wenige Stunden vorher hatte er sich noch einen weiteren Traum erfüllt und zehntausende Zuschauer in Berlin begeistert. «Es ist schon komisch, man sitzt im Formel-1- Auto und schaut aufs Brandenburger Tor. Vor vier Jahren war ich als Tourist da und habe das Brandenburger Tor fotografiert», erzählte Vettel. Nachdem er sich keck zur Currywurst bekannt hatte, hinterließ der Heppenheimer mit qualmenden Reifen Gummikringel vor dem weltbekannten Tor.

Auch in Düsseldorf ließ er den Motor seines Red-Bull-Rennwagens aufheulen. Einhändig machte er die sogenannten Donuts, bis die rauchenden Reifen die Arena in eine Nebellandschaft verwandelt hatten. «Ich dachte, ich mach ein bisschen Qualm, aber der geht gar nicht weg. Das Dach ist ja zu. Das hatte ich ganz vergessen», meinte Vettel, der einmal auch seine Schwester auf dem Beifahrersitz an Bord hatte.

So wie Schumacher noch immer für ihn «eine große Inspiration» ist, wirkt der jüngste Weltmeister der Formel 1 auf den Rekordchampion wie ein Gute-Laune-Beschleuniger. Sie tuscheln und sie lachen, doch wenn es ernst wird, sind die Profis. «Wir wissen auch ganz genau, dass wenn das Visier runtergeht, wir auch Gegner sind.» Vettel versuchte, ihn schon mal zu bremsen: «Ich finde, er sollte ein bisschen langsamer machen.» Im Duell, das sich viele Motorsport-Fans und die beiden selbst für die kommende Formel-1-Saison wünschen, hatte Vettel auch in diesem Jahr das bessere Ende für sich.