Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Fußballerinnen können bei der Heim-WM 2011 Olympiasieger USA und Vize-Weltmeister Brasilien erst einmal aus dem Weg gehen: Bei der Auslosung am Montag in der Frankfurter Messe durch Oliver Kahn und Topmodel Ariana Karembeu ist das Trio ebenso gesetzt wie Japan.

Diese Teams bilden die Köpfe der vier Gruppen mit je vier Mannschaften. «Ich bin gespannt, wen wir zugelost bekommen. Dann können wir endlich richtig planen», sagte Bundestrainerin Silvia Neid. Das letzte WM-Ticket hatten sich die Amerikanerinnen gesichert. Für den dreifachen Olympiasieger, zweifachen Weltmeister und Spitzenreiter der FIFA-Weltrangliste fanden die Zitterpartien in den Playoffs ein glückliches Ende. Im Relegationsrückspiel gegen Italien in Bridgeview/Illinois sorgte Amy Rodriguez (40. Minute) mit ihrem Tor für das 1:0. Das Hinspiel in Padua hatte die Mannschaft der schwedischen Trainerin Pia Sundhage mit dem gleichen Ergebnis gewonnen.

«Obwohl das Team der USA bis zum letzten Moment um die WM-Qualifikation zittern musste, zählt es nach wie vor zu den Top- Favoriten auf den Titel», sagte WM-Organisationschefin Steffi Jones. Titelverteidiger Deutschland bestreitet am 26. Juni in Berlin das Eröffnungsspiel, das Endspiel ist am 17. Juli in Frankfurt/Main. Auf dem angestrebten Weg zum dritten Titel hintereinander könnte Japan der Gegner im Viertelfinale sein.

Die 50-minütige Fernsehshow soll schon mal ein Vorgeschmack auf die WM geben. «Die Auslosung ist ein absoluter Meilenstein», sagte Jones. «Die Bilder werden in 200 Länder gesendet. Damit bekommt die WM ihr internationales Gesicht.»

Franz Beckenbauer wird kommen. Abgesagt hat hingegen Joseph Blatter. Der FIFA-Präsident lässt zwar keine Gelegenheit aus, die Entwicklung des Frauenfußballs hervorzuheben und prägte einst den Satz: «Die Zukunft des Fußballs ist weiblich.» Nun sind ihm die Sitzungen vor der Vergabe der Männer-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 aber wichtiger. Immerhin hatte sich die FIFA für Adriana Karembeu als Losfee stark gemacht. Die Slowakin steht mit ihrer Beinlänge von 1,25 Meter im Guinness-Buch der Rekorde. «Dabei dachte ich immer, Kerstin Garefrekes hat die längsten Beine», meinte Steffi Jones lächelnd über die Nationalspielerin vom 1. FFC Frankfurt.

Beim Deutschen Fußball-Bund wächst wenige Stunden vor dem «official draw» die Vorfreude auf das Spektakel im nächsten Sommer. «Diese Weltmeisterschaft soll gefeiert werden: Dazu gehören volle Stadien und eine tolle Atmosphäre. Diese ist ja sehr von Familien geprägt und hebt sich manchmal auch wohltuend von der Atmosphäre bei den Männern ab», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der Nachrichtenagentur dpa. «Wenn die deutsche Mannschaft noch erfolgreich spielt, dann bin ich sicher, dass diese WM auf die Straßen und Plätze überschwappt.» Bislang sind nach Angaben des Organisationskomitees über 350 000 Tickets verkauft worden.

Der 65-Jährige warnte aber auch vor überzogenen Erwartungen: Man dürfe dieses Turnier «um Gottes Willen nicht mit 2006 vergleichen». Zugleich hofft Zwanziger auf ein großes Spektakel: «Es kann schon ein bisschen über die Begeisterung bei der Handball-WM damals in Deutschland hinausgehen, weil es ja eine Sommerveranstaltung ist.»